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Das Deutsche Buch : aus deutschen Musterschriften / nach der Zeitfolge geordnet von Friedrich Heyne
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115
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gest. 1778.)

Joh. Gottlieb Willamow

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Das Glück ist's, das hier wohnet,In seines Hofstaat'S Pracht, —Das Glück, das Den belohnetUnd Jenen elend macht."

Sie sprach's. — Mit gier'gem Blicke,Schaut' ich mich, sehnend, umUnd suchte froh das GlückeUnd dessen Heiligthum.

Doch wie ward ich betrogen! —

Kein Thron und kein Palast,

Von KdnigSglanz' umzogen,

Gab dieser Göttinn Rast.

Hier, wo sse ihren SchimmerDer günst'gcn GegenwartErhellte, war kein Zimmer,

Nach unsrer Fürsten Art,

Ein lachendes Gefilde,

Schön wie des Tempe Thal,

Das oft, auch nur im Bilde,

Mir Herz und Sehnsucht stahl,

Der Überfluß, die Wonne,

Der Ceres Fruchtbarkeit,

Genährt von milder Sonne,Pomonen'S gold'ne Zeit,

Ein Volk von reinen Sitten,Zufrieden im Genuß',

Dem in den kleinen HüttenEin zärtlich sanfter Kuß,

Ein Mahl, entfernt von Reue,

Ein ew'ger Freundschastbund,

Ein Herz von steter Treue,

Ein unverfälschter Mund

Mehr als der Freuden FülleVon allen Höfen gilt, —

Deß' ungezwung'ner WilleDer Tugend Pflicht erfüllt:

Das war —, wie mir gezeiget, —Des Glück'ö geweihter Sitz,

Wo Gram und Laster schweiget,

Und wo kein Aberwitz

In Wünsche eit ler Thoren,

Sich selbst entehrend, führt.

Wo nur, zur Lust geboren,Zufriedenheit regiert. —

Wie weckten diese Scenen,

Voll, nie emvfund'ner, Lust,

In mächl'gen Zaubertönen,

Gefühl in meiner Brust!

„Wohl, daß ich dich gefunden,

O Thal!'' — Ich sprach es kaum;So war das Bild verschwunden;Denn, ach! es war — ein Traum.

4. An den aufgebenden Mond.

^öillkommen, Mond, vertrauter Freund der Erde,Vor dem die Nacht entflieht! —

Dich grüßen Flur und Hügel, Wald und HeerdeUnd Philomele's Lied.

Mit halber Stirn', umffohrt von feuchten Lüften,In Schneckenblut getaucht,

Blickst du herab. — Sieh': wie in seel'gen TriftenDes Landmann'S Hütte raucht!

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