Heinrich Christian Ludwig Senf (Filidor.)
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4. Aufmunterung zur Freude.
Freund, ist zwar des Lebens May;Allein er schlüpft so bald vorbey' Und kehret ninimer wieder.
Die Blümchen all' lind bald »erblüht,
Und Philomele fingt ihr LiedNicht lang' in Schwesterlieder.
Wer denkt nicht gern noch an die Zeit,
Wo, unbekannt mit Sorg' und Leid,
Er unter Knaben spielte, —
Noch nicht den Schmerz, bey',» Trennungskuß,
1 Noch nicht den nagenden Verdruß:
Verkannt zu werden, suhlte?
Wo er auf seinem Steckenroß'
Sich tummelte und kummerlosDen bunten Kreisel jagte?
Wo er nach Gold und Fiittertand', —
' Nach Etiquett' und Rang' und Stand',
^ Zusried'nes Muth's, nicht fragte?
^ Wer denkt nicht auch, mit frohem Sinn',Der Zeit, wo ihm um's glatte KinnDer Mannheit Zeichen keimte?
Wo er, Entzücken rund herum,
Sich oft in ein Clystum,
Voll hoher Wonne, träumte?
Wo er» bry'm Abendsonnenschein',
Im nachtigallcnvollen Hain'
Sich Feeenschlösser baute?
Wo seinem Herzen, warm und voll.
Der Liebe Erstgesühl entquoll,
Wann HeSper auf ihn schaute?
Wo, Brust an Brust, ihr gvld'neS BandUm ihn die Jugcndfreundschast wandUnd höher ihn beglückteAls Fürsten, die ihr Hochgefühl,
Bey Oper, Cour und Ritterspiel',
Wol selten nur erquickte?
Sieh'! — Alles dies und Mehr noch istSobald verschwunden und es — fließtDas Büchlein nie zurücke.
Des Lebens Sommer, heiß und schwülst,Tilgt bald das innige GefühlDer Wonn' auS unserm Blicke.
Geschafft und Sorgen haust man baldAus unsre Schultern; selt'ncr halltUns dann der Ruf der Freude.
Dies ist nun einmal Menschcnloos;
D'rum, Wer heut liegt im Frülstingsschooß',Der breche Blumen heute!
5. Freude an der Natur.
^>or Wonne bebet mir das Herz, Schön-; wanderSommersonneScheinNatur, bey deinen Freuden. Die färben Ähren reifet,
WcgistbeydirstrackLSorgundSchmerz, Und auf den dichtbelaubten HainVergessen jede» Leiden. Der warme Regen träufet, —
O, schön bist du im jungen May; Schön; wan imHerbst mit kühlem HauchWann Laub und Blüthen duften, Die spater'n Lüfte wehen;
Und Nachtigallenmelodey Und,schonvergelbe»dBaumnndStrauch
Erschallt in stillen Lüften, — Im lichten Walde stehen, —
D. Deutsche Buch II. K