gest. Johann Gottfried von Herder.
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3. A b e n d l i e d.
lind wann flcl, einst die Seele schließt Du, holder Schlaf, schufst BeydeS; du
Wie diese Abendblume;
Wann Alles um sie Dämm'rung istVon Lebensqlück' und Ruhme,Und ihre Freuden rings umherIhr kalte Schatten scheinen;
O Seele, wirst du auch so schwerWie diese Blume weinen? —
Beweinen deiner Jugend Saft,
In öde Luft verhauchet.
Verwelkte Blüthe, Lebenskraft,
In TageSgluth verrauchet?
Und, wann die letzten Blick' umherMit Reue dich entfärben.
Was bleibt dir dann, Verlaß'ne, mehr,Als, Blumen gleich, zu sterben?
Macht Gottes große Allmacht jeGescheh'neS ungeschehen,
Und stillt sie auch das inn're Weh':
Sich selbst beschämt zu sehen?
Und wächs t nicht jeder Menschenthat,Der Keim so tief verborgen? —Wer schafft mir neuen BlumenpfadUnd neue» Jugendmorgen?
Erneust der Jugend Morgen, —Erneust im Frühlingshain', voll Ruh',Die Lethe aller Sorgen, —
Bist Todesbruder. — O wie schönMein Seyn und Nichtseyn gränzen!Wie Thau, wird meine Abendthrän'Am beffer'n Morgen glänzen.
Und, nach dem Tod', - es wird uns seynAls nach desRauschesSchlummer,-Verrauscht, verschlummert, LebenspeinUnd Schmerz und Reu' und Kumer.Und Tod, o Schlaf, der dich erfand,Erfand der Menschheit Sergen; —Breit' aus auf mich dein grau'Gewand.Zur Ruhe mich zu legen!
Denn Was wär' uns're Lebenszeit, -Auch uns're Zeit der Freuden?
Ein Wirbel, voll Mühseligkeit,
Ein Tagwerk süßer Leiden, —
Ein ew'ger Taumel. — Holder Schlaf,Zu neuem Freudenmahle,
Reich' mir für Alles, Was mich traf,Heut' auch die Labeschaale!
4. Rind der Sorge.
^inst saß am murmelnden StromeDie Sorge nieder und sann;
Da bildet, im Traum' der Gedanken, ,
Ihr Finger ein thönernes Bild.
„War ist DaS, stnnende Göttinn?"
Spricht Jens, der eben ihr naht. —
„„Ein Bild, von Thone gebildet;
Beleb's, — ich bitte dich, —^Gotd!"" —
Mein Finger hat es gebildet."" —
„Und ich gab Leben dem Thon," —Sprach Jupiter. — Als sie so sprachen;Da trat auch Tcllus hinan.
„Mein ist's; sie hat mir genommenVon meinem Schooße daS Kind," —
„ „Wohlan,"'' - sprach Jupiter, - „ „ivarkct'Dort kommt, ein Entscheidet', Saturn."'' -
„Wohlan denn, lebe!" — es lebet; —„Und mein se» dieses Geschöpft" —Dagegen redet die Sorge:
„ „Nein, laß' es —, laß' es mir, Herr! —
Saturn sprach; „habet es Alle!
So will's das hohe Geschick.
D», der das Leben ihm schenkte,Nimm, wann es stirbct, den Geist!
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