368 Mittlere Kirchengesch. 4. Per. I. 1216—1317.
unter Lobpreisungen Christi im Glauben, daß dessen Sache siegen werdedurch größere Geister nach ihm?) Hieronymus widerrief, ermannte sich,citirle seine Richter vor den höchsten Richter und endete sZO.Mai 1416)nach dem Bericht eines Philosophen mit der Kühnheit eines Stoikers?')Ketzereien im Glauben standen nur unbestimmt und meist durch Mißver-ständniß unter den Anklagepunkten. Wenn eine freisinnige Versammlungein freisinniges Streben mit dem Scheiterhaufen lohnte, so hatdie Feind-schaft scholastischer Schulen, der Haß der Deutschen und die Erbitterungdes Klerus über seine Herabsetzung mitgewirkt : entscheidend war nur dieAbsicht der hierarchischen Partei. ihre Gegner durch Verbrennung einesGeistesverwandten zu schrecken, während die liberale Partei ihn opferte,um dem Verdachte der Mitschuld an einer Ketzerei zu entgehn. Aber Em-pörung über die heilige Greuellhat ergriff einen großen Theil der böhmi-schen Nation. Hus und Hieronymus wurden als Märtyrer verehrt, einefurchtbare Blutrache hob an bei den Priestern und Mönchen. Der durchJacob von Misa geltend gemachte, von Hus nach Christi Stiftung unddem Gebrauch der alten Kirche noch gebilligte Kelch für die Laien wurdezum Bundeszeichen der Hu fiten?) AlsWenzel, der durch die Schwächeseiner Regierung sich die Krone erhalten hatte, starb s1419), und Böh-men an seinen Bruder den Kaiser fiel, verweigerten die Stände einemwortbrüchigen Fürsten zu huldigen, der Adel bemächtigte sich der reichenKirchengüter, der slavische Volksgeifl war in seinen Tiefen aufgeregt. DieHusiten unter waldensischen und lollhardischen Einflüssen trennten sich ineine mildere Partei, die CalixtinersUtraquisten), welche 4 Artikel for-derten : freie Predigt des göttlichen Worts, das Abendmahl unter beider-lei Gestalt, Rückkehr des Klerus zur apostolischen Armuth, Bestrafungaller Todsünden als Gemeinderecht: und in eine strengere Partei, die La-bor i t e n, welche als das erwählte Volk Gottes alle Satzungen der Kirche,die nicht buchstäblich aus derH. Schrift erwiesen werden konnten, verwar-fen , die nahe Wiederkunft Christi erwarteten, und unter ihrem blindenFeldherrn Z iska einen Vertilgungskrieg gegen die Deutschen führten.Nach Ziskas Tode sl424) trat der Mönch Procopius an ihre Spitze,einige Schaaren hielten des Feldherrn Stelle für unersetzlich und nanntensich Waisen. Oft zerspalten, vereinten sich doch die Parteien in gemein-samer Gefahr, alle Heere, welche der Kaiser oder päpstliche Legaten widersie führten, wurden geschlagen, denn es waren Söldnerheere nur mit demTitel von Kreuzfahrern gegen ein zürnendes Volk. Die Sieger wurdenrücksichtsvoll nach Basel entboten. Nach langen Debatten verglichen sich
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