Buch 
Kirchengeschichte : Lehrbuch zunächst für akademische Vorlesungen / von Dr. Karl August Hase
Entstehung
Seite
373
JPEG-Download
 

Cap. VII. Griech. Kirche. §. 267. Barlaam. Palamas. 373

dient hatte. Auf eine wüste Insel verbannt, sterbend verwarf er noch dieBitten des Kaisers um seine Aussöhnung mit der Kirche. Der nächste Pa-triarch mußte dem Volksunwillen weichen. Darnach erlangte Michael einenVolksheiligen zum Patriarchen, der die Wiederaufname des Kaisers indie Kirchengemeinschaft durchsetzte sl 268). Eine mächtige MönchsparteiderArseniten beharrte in der Verwerfung des Kaisers und seiner Pa-triarchen. Erst Andro ni kus glich die gefahrvolle Spaltung aus, indemder Leichnam des Arsenius im Allerheiligsten beigesetzt, und die Verschul-dung gegen ihn durch eine Buße des ganzen Volkes gesühnt wurde s1312);doch immermehr verfielen die Patriarchen der Willkür des gesalbten heili-gen Kaisers.

H. 267. Das Licht Gottes und die Philosophie.

I. Gleichzeitig, für Bari. Xiosxli. 6-rkAoras XI, 10, gegen ihn iIo.6L2.iaou26Q.H,39 88. fBeide im Oorp. 8err. IZyr. Lonn. 828 ss. I>. XIX s.^ Acten b. LaustXXV s. II. ksiavius, äs tksol. äoZmatid. I. 1.1. e. 12 s. LuKsIkaräi, äsHssyed. Lrl. 829. 4. 6. lisolislläork, I-xs. 855. 4. I. 5>kein, Stud. ü.

die Hesych. Wien 874.

Die Halbinsel des Berges Athos, der mit seinen dunkeln Wäldern,in denen nach der Sage die Natur selbst nichts Weibliches duldet, weithinaussieht ins Meer, ward seitdem 9.JHH. mit Klöstern bedeckt, griechi-scher, bulgarischer und russischer Nationalität, eine abgeschloßneMönchs-republik, aus der das Morgenland seine Bischöfe empfängt.^) Hier fandder classisch gebildete Mönch Barlaam aus Calabrien Mönchsheilige,welche durch einen gänzlichen Stillstand des äußern Lebens zu einer leib-lichen Anschauung des göttlichen Lichts und Wesens zu gelangen glaub-ten. Jkre Methodik scheint auf ein magnetisches Hellsehn geführt zuhaben.Da Barlaam diese Ruhenden als Nabelbeschauer

^r>)-c>rs verspottete, vertheidigteGreg. Palamas die Zulässigkeit einerAnschauung des göttlichen Lichts durch Berufung aufdas unerschaffne Licht,welches den Herrn aufTabor umstrahlt habe?) Barlaam entgegnete, daßaußer Gott nichts Unerschasfnes sei und seine Gegner zwei Götter hätten.Eine Synode zu Constantinopel s134l) entschied gegen Barlaam, dernach Italien und zur römischen Kirche überging. Zu Constantinopel wurdeder Streit in spitzen Fragen unter Einmischung des Hofes und Volkesfortgeführt, endlich als Resultat beschlossen s1350)-. daß es eine von Got-tes Wesenheit unterschiedene, von ihr unzertrennliche, unerschaffene, dochihr untergeordnete Wirksamkeit gebe, wie das Licht auf Tabor, die vonden Vätern Gottheit genannt werde. Auch unter solchen Phantasienkonnte ein Leben in Christo gemeint sein?) Der Platonismus, dessen

ei) I. ÄümeraM, Fragmente a. d. Orient. Stuttg. 845. 877. T. II. pischon, d.Mönchsrepublik d. B. Athos sHist. Tuschend. 8l>a.s W. Gast, z. Gesch. d. Athos-Klöster.Gieß. 8K5. Eustathius v. Thess. ü. d. Mönchsftand. A. d. Griech. v. Tafel, Tüb. 847.b) SisA. kalamas, llvsssal. Lreiüex. Oxp. isc. HiAns, ks.1. 852. 2 1. skatrol. AI.T. 01. s.s c) Mv. vabasilas, irapl iss; äv Xsuaiiü W. Gast, d. Mystik d. N.Cab. Greissw. 849.