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Kirchengeschichte : Lehrbuch zunächst für akademische Vorlesungen / von Dr. Karl August Hase
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Neue Kirchengesch. 6. Per. I. 16481877.

auch in demjenigen zu unterwerfen haben, was nicht durch den Ausspruchder Kirche alsGlaudenssatz aufgestellt ist?) Es hat nach diesemRechte diewiederaufgebrachte scholastische Lehrweise ausschließlich begünstigt^) undin die neue Entwicklung deutscher Theologie mit roher Hand eingegriffen,wie gegen Hermes, so gegen Gün th er s-j- 1863), der im bilderreichenStyl Jean Pauls an die Stelle der heidnischen Philosophie der Kirchen-vater und Scholastiker eine christliche Philosophie setzen wollte, deren my-stischer Tieffinn in Jacob Böhmes Weise den rationalen Inhalt mitNord-und Irrlichtern umspielt, die ebenbürtige Schwester des in den kirchlichenDogmen festgestellten Glaubens. In Folge deutscher Denuntiationen hatPius IX seinen Namen hergegeben zur Verdammung dieser gefährlichenAnmaßung ver Philosophie, statt ihres Magddienstes von der heiligenÜberlieferung abirrend in die Geheimnisse Gottes eindringen zu wollens 1857 ).u) Günther hat sich unterworfen, wie sein Advocat DomherrBaltzer in Breslau sff 1871), dieser nicht ungewohnt eine philosophi-sche Überzeugung nach Befehl aufzugeben ; er ist dennoch wegen einer un-scholastischen Auffassung des Verhältnisses zwischen Leib und Seele vonhierarchischer Ungnade getroffen und verlassen vom Kultusministerium,sein Lehrstuhl ihm verschlossen worden?) An Frohsch a m mer in Mün-chen wurde eine Philosophie verdammt, die anders als die Scholastik dasGeheimniß der Fortpflanzung der Seele dachte. Er hat der Philosophiedas Recht behauptet ihre etwanigen Irrthümer selbstzu corrigiren, und istfür sich alleinstehend ein entschloßner Gegner aller päpstlichen Anmaßunggeworden.'") Eine Zusammenkunft katholischer Gelehrten in derBene-dictinerabtei zu München zur wissenschaftlichen Einigung katholischerKräfte, welche in streng kirchlichen Formen verlief, doch Worte vernamaus Döllingers Munde von der Nothwendigkeit der Freiheit für die Wis-senschaft, erregte in Rom schwere Besorgniß vor solchen Jahresversamm-lungen, gegen welche daher sich Schwierigkeiten erhoben, an denen derMuth zurFvrtführung sich brach,undeinetieseSpaltungsich vorbereitete?)

si SyUubus Lrror. C..22. r> Ib. «. 1S. I. Wenigen 8.1: Die Theol. d. Vorzeit ver-theidigt. Münst. 853-6«. SB. Die Phil. d. Vorzeit. Münst. 880-83. 2 B. Dgg.L. Mästlis, Bemerkt. Freib. 865. u) Anton Günther: Vorschule z. spec. Th. Wiens828 f.) 84k. 2 B. Süd- u. Nordlichter. W. 832. Der letzte Spmboliker. W. 834. u.pabst : Janusköxfe. W. 834. u. Veith, Phil. Laschend. W. 848 ff.I. 7t. Dischinger,d. chr. Phil. vertheidigt. Münch. 853. ä. Clemens, d. spec. Th. Günthers. Köln 853.ä. Mchelis, Kritik d. Günth. Phil. Paderb. 854. ' I. B. Bacher, theol. Briefe anGünther. Ein Gericht für s. Ankläger. Bist. 853. 3 H. v) Breve v. 38. Apr. 1868.E. äriedöerg, I. B. Baltzer. Lpz. 873. E. Melzer, B. Mannh. 878. m) ü. d. Urspr.d. menschl. Seele. Münch. 854. Einl. in d. Phil. M. 858. Ü. d. Freih. d. Wist. u.Neue Untersuch, ü. d. Freih. d. Wiff. sAthenäum. Phil. Zts. M. 862. B. I. H. 1 f.)Ü. d. Recht d. Phil. u. d. Scholastik. M. 863. Der Generatianismus u. d. Wist. d.Jesuiten. jAthen. 884. B. III.) Zur Würdig, d. Unfehld. M. 869. Der Fels Petri.Schaff. s872) 874. Primat Petri u. d. Papstes. Elbrf. 875. Ü. d. rel. u. kirchenpol.Fragen d. Ggnw. Eb. 875. Christcnth. Christi u. d. Papstes. Eb. 876. Die Phantasieals Grundprinlip des Weltprocesses. Münch. 877. 'Breve v. 11. Dec. 1862. Sus-pension durch den Erzdischof31. März 1863. oy Verhandll. d. Versamml. kath. Gelehr-