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Ueber Entwaldung und Hochwässer in ihrer Rückwirkung auf die Eisenbahnen : Vortrag gehalten im Club österr. Eisenbahn-Beamten am 1. Februar 1881 / von Karl Engelhard
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thums eines Landes zu verdanken, so hat dies einen weiteren, über-aus grossen Vortheil zur Folge. Es können nämlich dann mit dennatürlichen Wasserläufen Canäle verbunden werden, welche theilszur Schifffahrt, theils zur Bewässerung minder fruchtbarer oderganz steriler Bodenflächen dienen, wodurch erstere ertragreicher,und letztere nach und nach in Culturboden verwandelt werden ; eskann ferner der Wasserüberschuss zur Zeit des Schneeschmelzensoder zur Zeit unerwartet ausgiebiger Regengüsse in geeigneteSammelbecken geleitet werden, aus denen man zur Zeit etwaigerSommerdürre die Culturflächen mit Wasser versehen kann. KarlLudloff sagt daher mit Recht in einer diesbezüglichen Studie:*)

»Es kann getrost ausgesprochen werden, dass alle Müheund Kosten, unsere Flüsse und Ströme schiffbar, d. h. schlamm-und sandfrei zu erhalten, vollständig vergeblich aufgewendetsind, so lange nicht auf den wasserspendenden Gebirgen derWaldverwüstung ein Ziel gesetzt und rationellere, sorgfältiger alsbisher durchgeführte Methoden der Aufforstung und Schonungder Waldungen ernstlich ins Werk gesetzt werden, um demAbschwemmen fruchtbarer Bodenbestandtheile ein Ziel zu setzen,gleichzeitig aber die atmosphärischen Niederschläge durch ge-schlossene Waldbestände länger zurü'ckzuhalten.«

Es gewährt, meine Herren, ein hohes Interesse, all’ dieseWirkungen von Wald und Wasser, sowie andererseits das aus derEntwaldung hervorgehende Unheil durch geschichtliche Thatsachenbestätigt zu sehen. Gestatten Sie mir, einige besonders lehrreicheBeispiele hierüber anzuführen.

Die Tiefebene von Mesopotamien war im grauen Alter-thume eines der bestangebauten und bestbevölkerten Länder; diebeiden Hauptflüsse des Landes waren durch Canäle verbunden,welche sich in ein ganzes Netz kleinerer Canäle verzweigten, diesowohl zur Communication mit Babylon und Ninive , als auch zurBewässerung des Culturlandes dienten, das eine fast dreihundert-fältige Ernte lieferte. Heute ist von diesen Wunderwerken mensch-licher Cultur nichts mehr zu sehen; mit der zunehmenden Ent-waldung des Gebirges traten die früher geschilderten Folgen ein,

*) »Ueber die Yerwerthung der Linien gleicher Höhe für Bergbau,Forst-, Land- und Volkswirthschaft, und deren Wichtigkeit für dieFruchtbarkeit und den Wasserreichthum, sowie denYerkehr eines Landes.«Eine Studie von K. Ludloff. Prag , Yerlag von Dominicus, 1880.