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Am grossartigsten ist dies in der ehemaligen Gascogne (demLandstrich südlich von Bordeaux , zwischen dem Atlantischen Oceanund den Flussthälern der Garonne und des Adours) geschehen. Diesefrüher im Winter überschw’emmte und im Sommer ausgedorrte Sand-wüste von 800.000 Hektaren Flächenraum ist hauptsächlich durchdie Bemühungen des Cultur-Ingenieurs Herrn Chambrelentin eine der wohlhabendsten und gesundesten Provinzen Frankreichs verwandelt worden. Dieses Resultat wurde, wie Herr ProfessorFreiherr v. Seckendorff bei dem im Jahre 1879m Fiume statt-gefundenen Forst -Congress berichtete, durch planvolle Wieder-aufforstung und Entsumpfung der Gegend erzielt. Die ehemaligenHaidekrautflächen haben sich in herrliche Waldungen, aus See-kiefern und Eichen bestehend, umgewandelt. Bahnen, Canäle undStrassen durchziehen jetzt in Fülle den ganzen Landstrich, undan die Stelle der vom Fieber decimirten, tief stehenden, heimat-losen Hirtenbevölkerung ist ein gesundes, reiches, glückliches undindustrielles Volk getreten, -welches in schönen Städten und Ort-schaften wohnend, vom reichen Erlöse der in Folge der Bew T aldungentstandenen Industriezweige lebt und die Lasten des Staatesleicht zu ertragen, dem Heere aber ein kräftiges Contingent zuliefern vermag. All’ dieser Segen von Arbeit und Verdienst isteinzig und allein der Aufforstung eines Gebietes zu verdanken,das noch vor verhältnissmässig kurzer Zeit eine Wüste war.
Die Urwälder des heutigen Grossbritanniens wurdenschon von den Römern ausgiebig, noch mehr aber von den unver-ständigen Ureinwohnern gelichtet. Hat man doch in Schottland nicht nur ganze Burg- und Festungsmauern durch Schmelzen desKieselsteines erzeugt, sondern auch die Burgmauern und Schanzen
Hektaren wieder aufgeforstet, wobei der Staat durch unentgeltlicheLieferungen von Samen und Pflanzen im Betrage von 27.328 Francs undeiner Subvention von 28.054 Francs wirksame Unterstützung leistete.Seitens der Privaten wurden in demselben Jahre 347'48 Hektaren miteinem Staatsbeitrag von 13.705 Francs neu bewaldet. Bedeutend aus-gedehnter sind die obligatorischen Aufforstungen, welche der Staat in ver-schiedenen Gebirgsgegenden aus Rücksicht des Landesschutzes ausführenliess. Zu diesem Zwecke waren Ende 1878 128.2(19 Hektaren in Angriffgenommen und davon bereits 29.490 Hektaren bepflanzt. Die für jenegrossartigen Aufforstungen angelegten ständigen Pflanzgärten nahmeneine Fläche von 82 Hektaren ein und haben im Jahre 1878 zusammen19,117.000 Pflanzen geliefert.