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unter den Augen der Forstschutz-Organe geschehen kann, dannist wohl der Ausspruch berechtigt, dass unsere Forst.wirthscliaft,unsere Forstschutz-Gesetze einigermassen reformbedürftig sind.
Das kleine, aber wohl verwaltete Sachsen ist, wie in somancher andern Beziehung, auch durch seine kluge Forst-Politikein leuchtendes, nachahmenswerthes Beispiel. Die sächsischeEegierung besitzt dermalen zwei Fünftel des gesammten Wald-bestandes des Landes als Staatseigenthum. Sie liess alle Waldungen,von deren guter Erhaltung der Schutz der Bodencultur, dasHintanhalten von Ueberschwemmungen abhängt, nach und nachankaufen, durch ihre eigenen Organe verwalten und begnügt sichmit einer bescheidenen, aber ausreichenden Eente aus der Wald-nutzung. Dafür kann man in der That mit diesen sächsischenStaatswaldungen »Staat machen«; Tannen von 40—45 MeterHöhe und entsprechender Stärke, von denen ein Stück zu einemSchiffs - Mastbaum ausreieht, sind dort keine Seltenheit. Dankdieser Voraussicht ist Sachsen in den letzten Decennien von jenenauf Entwaldung und Hochwässer zurückzuführenden Katastrophenverschont geblieben, und nur im verflossenen Sommer eines be-kanntlich ganz abnormen Jahres ist ein Theil der Oberlausitz von Hochwasser heimgesucht worden.
Nicht minder verdient es Anerkennung, dass die jetzigefranzösische Eegierung zum Zwecke der Wiederaufforstung in ein-
55.000 Cubikmeter Eichenschnittholz, ungerechnet den Fichtenholz-bestand. Es sollen bereits mit französischen Bahnen Abmachungen wegenLieferung von Eichenschwellen und Werkholz getroffen worden sein. Vonder dalmatinischen Station Knin wird nach dem Waldgebiete eine Eisen-bahn projectirt. Die Einnahmen aus diesem Geschäfte werden von derLandesregierung auf 2 Millionen Gulden geschätzt. Wir hoffen, dass manbei dieser »Abstockung« über die Grenzen rationeller Waldwirtschaftnicht hinausgehen und in der Sucht nach »Eröffnung neuer Einnahms-quellen« nicht zum Waldmetzger werden wird.
Hie und da ist auch bei uns von rühmlichen Anstrengungen auf demGebiete der Wiederaufforstung zu berichten, denen leider unsere Land-bevölkerung keine Sympathien entgegenbringt. So sind z. B. binnen.15 Jahren, ungeachtet vieler Schwierigkeiten und überstandener Kämpfemit den der Aufforstung abgeneigten Thalbewohnern, auf den kahlen son-nigen Bergen des Vintschgau Forstculturen von mehr als 500 HektarenFlächenraum ausgeführt worden. Im Voijahre wurden 40 Hektaren neubepflanzt und in einigen Gemeinden Forstcultur-Bewässerungsanstaltenangelegt.