23
zelnen Gegenden Grossartiges geleistet hat. Die segensreichenWirkungen hievon werden in 1—2 (Generationen bestimmt zuTage treten, denn man hat unzweifelhafte Beweise dafür, dassnicht blos in continentalen Ländermassen, sondern sogar aufkleinen Inseln im Meere das jährliche Niederschlagsquantum unddamit die Fruchtbarkeit des Bodens steigt, wenn der Wald wiedervermehrt wird. Andererseits fehlt es aber auch nicht an demGegenbeweise, wie sichere Beobachtungen und Erfahrungen aufden entwaldeten Inseln Corsica, Sardinien , Sicilien, selbst auf sokleinen Inseln wie Madeira , Sanct Helena und Mauritius zeigen.
Ich habe, meine Herren, mich darauf beschränkt, sicher-gestellte Thatsachen Ihnen vorzuführen. .Es kann nicht mehrabgeleugnet werden, dass in einem Theile unseres Vaterlandesunverkennbare, mitunter bereits bedenkliche Anzeichen der Ent-waldung vorhanden sind, wenngleich von einer eigentlichen Ent-waldung oder Holznoth glücklicherweise noch keine Bede ist;beide werden aber nicht ausbleiben, wenn das Bewirthschaftungs-system nicht verbessert und der Holz-Consum nicht verringertwerden. Schon jetzt ist man bei uns genöthigt, den Holzbedarfaus immer weiter entlegenen und eines guten Waldbestandes sichnoch erfreuenden Gegenden zu decken; man begnügt sich abernicht, aus diesen Gegenden die Waldzinsen zu beziehen,sondern man greift gleich das Waldcapital an, das sich inFolge dessen mehr und mehr verringern wird.
Der riesige Holzbedarf der Jetztzeit ist eine Folge der Ver-mehrung der Bevölkerung, des Aufschwunges der Industrie unddes Verkehrswesens; ja wir werden nicht fehlgreifen, wenn wirzu den stärksten Holz-Consumenten der Gegenwart die Eisen-bahnen rechnen. Nicht so sehr der ebenfalls grosse Bedarf anWerk- und Zimmerholz, als die enormen Holzquantitäten, welchedie Legung und Erneuerung des Eisenbahn-Oberbaues mit Holz-schwellen erfordert, berechtigen zu dem Ausspruche, dass die Eisen-bahnen in manchen Gegenden des Landes zur Abnahme des Wald-bestandes wohl am meisten beigetragen haben. Es lässt sich leichtberechnen, welche Waldfläche nöthig ist, um für eine gewisseEisenbahnlänge das nöthige Schwellenmaterial dauernd zu liefern.Daraus ergibt sich, dass die dicht bevölkerten, mit Eisen-bahnen versehenen Gegenden längst nicht mehr im Stande sind,