W!^‘
mm*
Einleitung.
Vergebens hatte man auf dem Congress zu Rastatt den Reichs-frieden lierzustellen und die noch zwischen Frankreich und Oester-reich schwebenden Differenzen auszugleichen versucht. Die Gewalt-tätigkeit und Begehrlichkeit der leitenden Staatsmänner beiderLänder machte eine dauernde Versöhnung unmöglich. Die Franzosenhatten zwei der ehrwürdigsten Staaten Europa’s, von denen der einedurch die universale Autorität seines Beherrschers, der andere durchseine Neutralität besonders gegen alle Angriffe gefeit erschien, denKirchenstaat und unsere Eidgenossenschaft, überfallen und in Clientei-staaten ihres Reiches nach ihrer Mache umgeschaffen. Thugut aber,der rücksichts- und gewissenlose Leiter der österreichischen Politik,hoffte durch einen neuen Krieg Erwerbungen für Oesterreich inBaiern und Oberitalien zu nehmen. Einen mächtigen Bundesgenossengewann er in dem russischen Zaren. Kaiser Paul verband denschroffsten autokratischen Hochmutk mit einer Launenhaftigkeit, diean Geistesgestörtheit grenzte, und mit einer kindischen Freude amSoldatenspielen, Eigenschaften, wie sie insgesaimnt dem HauseHolstein-Gottorp in mehreren Repräsentanten bis in die neueste Zeiteigentümlich waren. Ungestüm und leidenschaftlich, wie er war,hatte er anfänglich, immer bestrebt, sich zur Politik seiner Mutterin Gegensatz zu setzen, eine durchaus friedliche Stellung einge-nommen, war dann aber seit dem Frühjahr 1798 immer feindseligergegen Frankreich aufgetreten. Abgesehen von andern französischen