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Suworoff dictirte dem General seine Bemerkungen (vgl. Puchs I,Nr. 1 p. 1 ff.) 1 ), aus denen hier einige Sätze angeführt sein mögen,weil sie für des Feldherrn Ausdrucksweise und Kriegführung cha-rakteristisch sind:
„Oesterreich und Kussland werden gegen Frankreich mit100,000 Hann operiren, nach folgenden Grundsätzen:
1) Nicht anders als in der Offensive.
2) Schnelle Märsche. — Nachdruck heim Angriff!
3) Keine Methodik! — Augenmass!
4) Volle Gewalt dein Obergeneral!
5) Den Feind im Felde aufsuchen und schlagen.
6) Keine Zeit mit Belagerungen, verlieren, ausgenommen, wennman auf irgend ein Mainz (als Depot-Punkt) trifft. Bisweilenmit einem Observationscorps eine Blokade unternehmen, bis-weilen Festungen durch Ueberfall oder mit Sturm erobern,dabei verliert man weniger.
7) Niemals die Kräfte zur Deckung verschiedener Punkte zer-splittern. Wenn der Feind diese Punkte überschreitet, destobesser: er nähert sich, um auf das Haupt geschlagen zu werden.
8) (Schlusssatz). Niemals muss man sich auf vergebliche Manövereinlassen, auf Contremärsche oder sogenannte Kriegslisten, diepassen nur für elende Scliulgelehrte.“
Gleich darauf liess dann Paul Suworoff nach Petersburgkommen und forderte ihn auf, wieder in den Dienst zu treten.Suworoff aber bat nur um die Gnade, wieder in sein Dorf zurück-kehren zu dürfen. Aber diese Kühe sollte nicht lange dauern. EndeJanuar 1799 erbat sich Thugut von Kaiser Paul Suworoff als Ober-befehlshaber des künftigen russisch-österreichischen Heeres. Aller-dings entsprang dieser Vorschlag zunächst der Verlegenheit, inDeutschland einen geeigneten Feldherrn für diesen Krieg zu finden,der nach Thuguts damaligen Anschauungen entschieden offensiv ge-führt werden sollte. Der österreichische Minister verhehlte nicht,dass die Ernennung eines Ausländers, und dazu noch eines so eigen-
*) Fuchs datirt dieses Schriftstück vom 17. September 1798. Die Schmitt’scheUebersetzung Miliutins weieiit hier (I p. 215) von derjenigen der Fuchs’schen Cor-respondenz im Wortlaute etwas ab, aber der Sinn bleibt derselbe, üeberhaupt lindensieb oft solche Abweichungen, und auf eine derselben, die nicht ohne Bedeutungist, werde ich noch eintreten.