Siege erhielt er den Beinamen Bimniksky) und erstürmte Ismaila.Im Jahre 1794 warf er die polnische Erhebung blutig nieder, einuin so grösserer Triumph, als wenige Wochen vorher die politischeund militärische Führung des vielgerühmten preussischen Heeresauf demselben Schauplatze sich als durchaus unfähig erwiesen hatte.In allen diesen Kämpfen befolgte er immer dieselbe Taktik, diedes rücksichtslosen stürmischen Angriffs, womöglich immer mit demBajonnett. Bekanntlich haben dann auch später die russischen Ge-nerale diese Methode vielfach nachgealimt, nicht immer zu ihremVorth eil, wie sich dies noch in neuester Zeit hei Plewna gezeigthat. Kraft und Blut seiner Soldaten nahm er in unerhörter Weisein Anspruch, wie wir noch zur Genüge sehen werden. Und dochmurrten sie fast nie, er wurde im Gegentheil von ihnen vergöttert,vielleicht ebenso sehr oder noch mehr als sein grosser Zeitgenosse,der damals in Aegypten weilte. Denn er war eifrig auf das Wohl-ergehen seiner Truppen bedacht und theilte ihre Mühe und Gefahr.Für sich selbst verlangte er nichts, nur die Orden, mit denen erüberhäuft wurde, bereiteten ihm grosse Freude. Sein Charakterwies eine merkwürdige Mischung von Geist und Rohheit, von Gut-inüthigkeit und Grausamkeit auf; auch im äussern Auftreten, inWort und Schrift zeigte er manche sonderbare Gewohnheiten undnamentlich die ihm untergebenen Offiziere mussten dieselben genaukennen, um den richtigen Ton zu treffen und sich seine Gunst zuerwerben. Seine militärischen Entwürfe zeugten von der grösstenVerwegenheit, die bis zur Tollkühnheit ging, wurden aber mitebensoviel Ausdauer und Buhe durchgeführt. Er war jedenfalls derbedeutendste Feldherr, den Bussland je besessen hat.
Unter Katharina hatte Suworoff in verdienter Gunst gestanden.Paul aber, der in Bezug auf die Dienstvorschriften, namentlich dievon ihm selbst neu eingeführten, äusserst pedantisch war, ertheilteihm kurz nach seiner Thronbesteigung nacheinander mehrere Ver-weise wegen Nichtbeachtung dieser Vorschriften und enthob ihnkurz darauf (Mitte Februar 1797) des Dienstes. Suworoff lebte daraufeine Zeit lang zurückgezogen auf seinem Gute Kantschansk im Gou-vernement Nowgorod, folgte aber mit Aufmerksamkeit den Zeit-ereignissen. Als dann im Herbst 1798 der Bruch mit Frankreichsich entschied, schickte Paul einen General zu Suworoff, um ihnüber seine Meinung betreffs der europäischen Zustände zu befragen