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Der Antheil der Russen am Feldzug von 1799 in der Schweiz : Ein Beitrag zur Geschichte dieses Feldzugs und zur Kritik seiner Geschichtsschreiber / von Dr. Otto Hartmann
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allerbesten seiner Grundsätze nicht abgesehen: sich auf unterge-ordneten Punkten mit so wenig Truppen als möglich zu behelfen,um auf dem Hauptpunkte recht stark zu sein.

Weit besser als Massena löste in diesen Tagen Molitor seineAufgabe. Dem allgemeinen Angriffsplan entsprechend, waren Linkenund Jellachich am 25. ins Glarnerland vorgedrungen. Linken hattesein Corps in 3 Abtlieilungen getheilt: Eine ging rechts über denSegnespass von Elims nach Elm ins Sernfthal, er selbst mit derzweiten von Panix ebendahin über den Panixerpass, die dritte de-boucliirte bei der Pantenbrücke, oberhalb des Ortes Linththal (wohlüber den Kistenpass?). Jellachich rückte von AVallenstadt her gegenNäfels und Mollis vor. Beide verfuhren aber mit der bei öster-reichischen Generalen sprücliwörtlichen Aengstlichkeit und Langsam-keit. Da Jellachich energischen Widerstand fand und die Unglücks-nachricht von der Niederlage Petrasclis erfuhr, kehrte er am fol-genden Tage schon wieder um und ging später schimpfficher Weisesogar über den Bliein zurück. Linken hatte nach dem Erzherzog(II, p. 213), Jomini (IV, p. 86) und Koch (III, p. 374) das Glück,ein französisches Bataillon beim Wichlerbad (ganz oben im Sernf-thal) abzufangen. Der Erzherzog fügt noch freigebig ein zweitesBataillon, Jomini wenigstens ein Detachement hinzu, obgleich ihmin betreff der Topographie Zweifel aufsteigen. Nach Koch mussten13 Compagnien der 76. Halbbrigade, welche Lecourbe in der Tliatzum Angriff auf das Bündner Oberland ins Sernfthal entsandt hatte(vgl. sein Schreiben an Molitor vom 1 Vendemiaire, Boillot p. 195,Anin. 1), die Waffen strecken. Diese Mittheilung wird auch be-stätigt durch ein anderes Schreiben Lecourbes an Massena vom5 Vendemiaire (27. Sept.), vergl. Bousson du Mairet, p. 229230.

Molitor sah sicli also auf die 84. Halbbrigade beschränkt, dieetwa 3000 Mann betrug. Unken rückte dann am 26. bis Schwandenvor, wo er sich mit der von Linththal kommenden Colonne ver-einigte, plänkelte dann mit den Eranzosen bei Mitlödi (etwa eine.Stunde von Glarus) rückte aber erst ain folgenden Tag wirklichgegen Glarus vor. In dieser Zeit vermuthlich sandte er auch eineMittheilimg an Suworoff, worin er ihm die Niederlage von Zürichanzeigte, denn Suworoff erwähnt diesen Umstand in einem Schreibenan Kaiser Kranz vom 30. September aus Muotta:Am 29. erhieltich vom General Linken die unangenehme Nachricht (Fuchs II,