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Der Antheil der Russen am Feldzug von 1799 in der Schweiz : Ein Beitrag zur Geschichte dieses Feldzugs und zur Kritik seiner Geschichtsschreiber / von Dr. Otto Hartmann
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tralischen Scene, welche Suworoff in diesem Kriegsrathe aufführte,,halte ich mich umsoweniger auf, als Sybel das wesentliche schonmitgetheilt hat (V p. 481). Die Hauptsache ist, dass General Auffeu-herg (und vermuthlich auch die österreichischen Stabsoffiziere)L von.diesem Kriegsrath ausgeschlossen wurden und dass Suworoff dasWiener Cahinet der Treulosigkeit und des Verraths anklagte und.überhaupt den Oesterreichern alle Schuld an der misslichen Lagedes Heeres aufbürdete. Sehr bezeichnend ist übrigens, dass Suworoff,wenigstens soweit wir dem Auszug Miliutins aus denErzählungenfolgen können, nicht einmal hier, in dem Augenblicke äussersterEntrüstung über die Oesterreicher, dieselben für die Wahl des Gott-hardweges verantwortlich macht. Miliutin hätte sich eine dafürzielende Äusserung sicher nicht entgehen lassen. In der Berathungsoll dann besonders Grossfürst Constantin den Marsch über den Prageinach Glarus empfohlen haben. Man darf dies wohl glauben, denndieser Marsch entrückte S. kaiserliche Hoheit wohl eher der un-mittelbaren Berührung mit dem Eeinde. Diese Ansicht fand dannauch allgemeinen Anklang und so wurden denn gleich die Vor-bereitungen zum Abzug getroffen. Koch am gleichen Tag brachAuffenberg zum Marsche gegen den Pragei auf. Am folgenden Tagesollten dann zuerst Bagration, dann Schweikowsky abmarschiren.Rosenberg und die Division Förster sollten den Feind so lange imMuottathal aufhalten, bis der Tross hinübergelangt war. Der Pragel-pass war jedenfalls weit bequemer, als der bisher fast unbekannteWeg über den Kinzigkulm, immerhin ist auch er an manchen Stellensteil und stotzig und jedenfalls für den Transport von Lastthieren nichtgerade angenehm' 2 ). Um die Passhöhe herum und jenseits derselbenist das Terrain vielfach sumpfig, zwischen derselben und Richisau(der Hauptstation bis zum Klönthaler See) führt der Weg öftersdurch Waldung.

Auffenberg erstieg am 29. mit seiner Brigade und einer SotnieKosaken die Passhöhe und drang noch ins Klönthal ein, wobei er

9 Wenigstens haben nur Küssen das Protokoll unterzeichnet (vgl. Jlil. IV,Beil. 114, p. 2(iU).

-) Selbst Bauern aus der (legend haben sich noch letztes Jahr beim Verfasserüber den schlechten Weg, namentlich des Viehtransportes wegen, beklagt. Allerdingsgilt dies jetzt nur noch für die Schwyzer Seite, während auf der Glarner Seite schon,seit einigen Jahren ein hübsches Strässchen bis zur Kantonsgrenze führt.