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12 (1821) Früchte aus den sogenannt-goldnen Zeiten des achtzehnten Jahrhunderts / Johann Gottfried Herder
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6 Früchte aus sogenannt - gvldnen Zeiten.

Aber die ewgen Gedanken bleiben; mit denJahrhunderten entwölken sie sich, immer Heller auf-glänzend. Auch die wesentlichen Formen der Künstedes Schönen daurcn; fast nur im Bedeutungslosenoder in Zusätzen der Unfvrm andern sich ihre Gestal-ten. Ungcheuerviele Namen trägt nach jener schönenFabel Ariosts *) der muntergeschaftige Greis, dieZeit, in den Strom der Vergessenheit, um welchenmit großem Geschrey unaufhörlich Raben, Elsternund gierige Geyer schwärmen. Hie und da erhäschensie einen hingeworfenen Namen mit Klaue oderSchnabel, lassen ihn aber bald wieder sinken; zweyheilige, weiße Schwane wachen über wenige großeNamen, fangen sie auf und kragen sie zum Tempelder Unsterblichkeit hinüber.

*) Orlsnäo lurioso tlsiito XXXV.