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12 (1821) Früchte aus den sogenannt-goldnen Zeiten des achtzehnten Jahrhunderts / Johann Gottfried Herder
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42
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42 Früchte aus den sogenannt-em naiver Ausdruck. Wie eine Perle lag er inder Silbermuschcl da; Wohl dem Finder, wenn diePerle reif ist!

Denn was hilft aller Schmuck und Pomp derGedanken, wenn ihnen Wahrheit fehlet? Ein Geist,der nach Witz und Scharfsinn haschet, wird baldals ein falscher Geist (kaux L, 8 prit) unaus-stehlich. Unvcrrückt geht die stille Wahrheit ihrenGang fort, den falschen Witz, so sehr er auch blen-dete, abzustreifen; langst vor Ende des Jahrhundertswaren in Frankreich manche zu Anfange desselbenvielbeklatschte Einfälle Ujid Wendungen zum Spottworden; die Schreibart hatte einen gesetzteren Ernstangenommen, zu dem sich jene alte Hofspiclereyennicht mehr fügten. Vollends Zeiten und Anlasse,da man über Leben und Tod, über das Schicksalder Nation sprach, sie waren für Wort- und Ge-dankenspiele fast zu schwer, zu ernsthaft. Werdendie Zeiten wiederkehren, da in der französischen Aka-demie jeder Eintretende gesetzmäßig dem Hofe unddem Kardinal Wortbkumen streuen mußte? DieZeiten, da selbst in der Akademie der Wissenschaftend'Alembert bey jeder feiner Pointe im Lesen innehielt, damit geklatscht wurde? Wie dem auch sey;dem Charakter unsrer Sprache und Nation ist derfalsche Glanz (fsux brillant) des FranzösischenWitzes fremde.

Durch Blumengärten von psngess öfters müs-fig zu gehen, ist beynahe gefährlich; der Duft derwürzreichen Blumen benebelt das Haupt und machtden geistigen nüchternen Sinn trunken. Keine Lese-rey fodert eine so strenge Diät als das Lesen abge-