AÜ Früchte aus den sogenannt-
vorige Jahrhundert empfing, wozu im ZeitalterLudwigs, das dem ganzen Europa Ton gab, auchdasMahrchcn, die Erzählung, der Roman wurde.
Alles ward in ihnen galant und hofmäßig.Rein in der Sprache, licht in der Darstellung, rascherin der Erzählung, von alten Siltensprüchen wie vonder abgekommenen Ritterrüstung entladen; dagegeneinem Gescllschafkssaal, einem Gespräch- oder Be-suchzimmer, gar etwa einer Liebeskummer, nach da-maliger Sitte, angemessen; unterhaltende Artigkeitward ihr Charakter. An U rfei's Asträa und ähn-lichen Schäferromanen verlor man den Geschmack;Zaide, die Romane der Villedicn, der Castel-nau u. f. traten an ihre Stelle. Im heroischenStyl gingen Calprenede und die Scuderi all-mählich unter; sogenannt-historische Romane thatensich dagegen in Menge hervor; und abermals warenFrauen, dieLussau, Durand, la Force, laFayette u. f. dieser Gattungen Meisterinnen undMuster.
Unselig, daß man allmählich, von diesem Ge-schmack geleitet und fortgeleitet, mit so vielen ro-mantischen Memoirs, ein Drittheil Wahrheit,zwey Drittheil Lüge, die Welt getäuscht hat. Dieberühmtesten Namen des Alterthums sowohl als dermittleren und neuern Geschichte, Pindar und Ko-rinna, Sappho, Kleopatra, Artemisia, die Vestalen,Catull, Tibull, Horaz, Tullia, Eloise, Marie vonBourgogne, Margarethe von Valois, der Eonnetablevon Bourbon, Admiral Coligni, Turennne, Colbert