io6 Früchte aus den sogenannt-
abgestorbnen Welt; indeß auch diese schmerzhafteVeranlassung, benähme sie etwas der Sprache derWahrheit? Eben diese naive Derzensbekenurniffe,diese geistige Romane mit Gold und Christus,-7-- dem Aufmerksamen bieten sie einen reicherenSchatz der Warnung und Unterweisung dar, alSmanche andre Verirrung des Geistes und des Her-zens*). Nur wisse man sie zu lesen. Wo dieseGeschichten das Herz ergreifen, und in sich kehren,sanft oder schmerzhaft; wer wäre es, der nicht sol-chen geistlichen Erfahrungen und Wanderschafteneinen innigern Werth gäbe, als Allem, was bloSvon außen die Phantasie mahlet?
Einige Ritter und Damen beklagten es, daßmit dem Anfange des vorigen Jahrhunderts die altenRitterrvmane allmählich unter die Erde gegan-gen seyn, an denen sich ihre Vorfahren Jahrhundertehinab standesmaßig - langweilig erbauet hatten. AlSDenkmakle und Gemählde der alten Zeitsind sie nicht untergegangen; die Kunstkompositionen,die Pulci, Ariosto, die beyden Tasso, Cer-vantes und andre große Dichter aus ihnen webten,werden wie Raphacls Teppiche beschauet und verehrt;sie bleiben unsterblich. Als fortwährende Ge-schichte der Zeit aber, oder gar als Regelder Denkart diese alte Sitten und Trachten, (eineabgestorbne Denk- und Lebensweise) fortzuführen,
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