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12 (1821) Früchte aus den sogenannt-goldnen Zeiten des achtzehnten Jahrhunderts / Johann Gottfried Herder
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236 Früchte aus den sogenannt-

schärfste geprüft werden? Lastet sie also, wie imZweykampf, mit blanker Schneide einander begegnen;was der Zuschauer dadurch gewinnet, ist eine um sohellere Gesinnung, erfochten im Zweykampf unter derHand des Schicksals.

„Aber Schicksal, und immer Schicksal! WirChristen und Weise, glauben kein Schicksal."

So nenne man's Schickung, Begegniß,Ereigniß, Verknüpfung der Begebenhei-ten und Umstände; unentweichlich stehen wirunter der Macht dieses Schicksals.

Freylich, wenn ein Dichter das Wort so miß-verstünde, daß die große Göttin ein Poltergeistwürde, der, für und wider nichts, die aufs best«angelegte Plane menschlicher Vernunft, aller Ver-nunft entgegen, absichtlos oder schadenfroh ohne alleSchuld der Menschen verwirrte; wenn er auf daSKunststück sönne, daß alles, was Menschen wohlge-sinnt und wohlbesonnen unternehmen, unglücklich,dagegen was die Götter leidenschaftlich und brutalwollen, abscheulich-glücklich ausfalle; dann haßten wirm diesem Dichter das dumme, stupide Schick-sal. Ein zweyter lahmte den Menschen den Arm,reichte ihnen ein Opium gegen alle vernünftige Ueber-legung und Entschlüsse, ließ aber dafür das Schick-sal walten; „geh nach Orient, rufen wir, du Opium-Krämer!" Ein Dritter gäbe sich alle Mühe, denKarren in den Koth zu schieben, damit ihn dasSchicksal ohne Hände herausziehe. Ein Vierter ließe