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12 (1821) Früchte aus den sogenannt-goldnen Zeiten des achtzehnten Jahrhunderts / Johann Gottfried Herder
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gcldnen Zeiten.

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füllt, eure Gottheit. I^umori. Nicht Parterre undLogen. Noch mehr vergesset diese, ihr Dichter. InEurem Herzen hängt die Waage, auf der ihr unsBegebenheiten und Gesinnungen zuwägen sollt; aufd.n ewigen Tafeln muß Euer Geist die Charakteregelegen haben, die er darstellt. Hat er dies; so wer-den ihm Herzen und Geister willig folgen. Hat erSnicht: so bleibt jede Repräsentation kleinlich. Par-terre und Theater verderben einander sodann Wechsels-weise und jedes wälzt die Schuld aufs andre.

Vom Dichter muß das Gebot ausgehn; ihmmuß der Schauspieler, beyden wird das Publikumwillig gehorchen. Er kann es zwingen zum ächtenGefühl, und zwingt es mit süßer Gewalt, unterdem Scepter inniger Wahrheit. Nicht seine Machtists, die er ausübt; Macht der Begebenheit, Machtder Regel. So lange ihm etwas willkührlich,ganz willkührlich scheint, siehet er selbst noch sein Zielim Nebel. Glaubt er gar, er könne das Ziel stek-ken, wohin er wolle, höhnt er das Gesetz — o sohat das Gesetz ihn längst verachtet.

Fortsetzung.

„Aber eine so strenge dramatische Gerechtigkeit,verödet sie nicht das Theater? Soll jeder tugend-hafte Charakter in dem Maaße, wie er es verdient,