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12 (1821) Früchte aus den sogenannt-goldnen Zeiten des achtzehnten Jahrhunderts / Johann Gottfried Herder
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284
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»84 Früchte »us den sogenannt-

A. Von denen wollen wir schweigen. Freylichhaben sich in kurzer Zeit die Großvatersitten sehr ge-ändert !

B. Was uns dagegen in alten und den altestewStücken bleibt, sind bey achtem Witz treffende Cha-rakterzüge , die der Situation entsprechen,kurz, die charakteristische Fabel.

L.

A. Wie wirds aber mit dem Schicksal inder Komödie? Mich dünkt es in ihr ei» komi-sches Schicksal.

B. So ernst, als es die Tragödie haben kann;es ist das Wesen und die Verknüpfungder Fabel. Glauben Sie, daß der Dichter deslustigsten Spiels lachen müsse, wenn er die Fabelaussinnt? Und thäte ers; sein Lachen muß der hei-tersten Vernunft zugehören. Sonst ist die Posse desAnschauens nicht werth. DieVernunst muß denKranz der Begebenheiten flechten; mithin muß siezuerst wegwerfen, was zu ihm nicht ge-höret.

A. Zum Beyspiel, alles Niedrige, Häßliche,Abscheuliche, das man nirgend, geschweige auf demTheater zu sehen wünschet.

B. Zuvörderst also alle Laster.

A. Alle Laster? keinen lasterhaften Charak-ter soll die Komödie als häßlich darstellen dürfen?

B. Keinen; dies ist nicht ihr Amt. Für Kan-zel und Katheder, oder gar für Gefängnisse, Rieh-