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12 (1821) Früchte aus den sogenannt-goldnen Zeiten des achtzehnten Jahrhunderts / Johann Gottfried Herder
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286 Fr ü c hke aus de n so ge n annt-

A. Welche Menge tauriger Lustspiele, käme da-mit nach Newgate.

B- Sollen, dürfen wir über diese Bösewichterlachen? Verbietet uns dieses nicht die innereerste Regel d-es Rechts? Und warum dürfen wirüber sie weinen? im Lustspiel weinen? Weshalbmüßten wir die Folgen ihrer Eseleyen fünf Akte durchmittragen? Die unzeitigste Ph i l antr op i e, biederGerechtigkeit den Maasstab krümmt und jede wahreTheilnehmung mit dem würdigen Unglücklichen süß-lich verschlemmet. Bey solchen Scenen laßt mirdie weinenden Kinder, die heulenden Weiber wegvom Theater; und statt zu weinen, hange sich derBösewicht auf! Warum that ers nicht schon vordem ersten Akt? so wäre das ganze Stück unter-blieben.

A. Das Häßliche («urp^oi,) gestattete Ari-stoteles indeß doch dem Lustspiel.

B. Das Unschädlich-Häßliche allerdings,insonderheit wenn es Lachen erreget; eben dies La-chen über die Ungestaltheit oder Unschicklichkeit zeigt,daß sie unschädlich sey.

A. Da räumen sie dem Lachen, als einem un-trüglichen Kennzeichen des Unterschieds zwischen Feh-ler und Laster viel ein.

B. Nicht mehr als ihm gebühret. Jeder lachtfreylich auf seine Weise; auch dies ist in der Regel.Die Komödie soll uns aber nicht blos lachen ma-chen, sondern lachen lehren.

A. Wie das?