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12 (1821) Früchte aus den sogenannt-goldnen Zeiten des achtzehnten Jahrhunderts / Johann Gottfried Herder
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289
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goldnen Zeilen.

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3 .

A. Zu Allem lassen sich Worte finden. Siewissen, was in unsrer Natur das Häßlichste werdenkann, was die Natur datier selbst mit Schaam undSchweigen umhüllt hak; wie wenn man Dies, mit-hin das Lüsterne zum Gegenstände der Komödiemachte? Man gäbe Ehre und Schande Preis,schlösse über sie ein geheimes Einverstandniß desNicht-Noliznehmens —

B. Man gäbe Ehre und Schande Preis?Preis dem Theater? Nun, so mahle es auf seinenVorhang —

A. Was?

Den Urgott Priapus, oder galanter denLingam. Wovon man in keiner ehrbaren Gesell-schaft spricht, davon wird man doch auf der Bühnenicht sprechen, noch weniger es darstellen wollen?Das Lächerliche gehört der Komödie; nicht das Lä-sternde, das Kitzelnde, das Wilde. Ein Lust - oderTrauerspiel, in dem sich Beinkleid und Schürzepräscntiren, und zwar ein- sobald es sich präsentirt,gebietendes Beinkleid, dem alle Schürzen unver-meidlich gehorchen, und gegentheils eine eben somächtige Schürze, die, nachdem man sie Einmalgesehen, Alles erlaubt macht, und der sogar Thränengebühren — mit welchen niedrigen Namen solltenwir, Lichtertragend, dies Lingam spiel nennen ?

A. Und doch wird geweinct.

-Herders W. Lit. u. Kunst. XII. L D-üc/.te.

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