294 Frücbke aus den sogcnannt-
des gemeinschaftlichen Lebens. Keine Gesellschaft istvertraulicher, als wo man, nach dem bekannten Aus-druck, einander nichts übel nimmt; keine Taftl istfröhlicher, als wo unbefangen der Scherz von Mundzu Mund, von Blick zu Blick hüpfet. Auch dasLache» ist und bleibt ein unentbehrlicher Genuß desLebens. Ohne seine Fehler möchte ich meinen FreundNicht; ich liebe ihn in seinen Fehlern, wenn ich diesenicht eben auch an ihm liebe. Die zarteste Sprachedes Umganges ist Scherz; ich wüßte nicht, wie manJemand freundlicher behandeln könne, als wenn manin ihm mit dem Geist spricht, der ihn be-lebet,
A. Wie Sie den Scherz nehmen, so nimmtihn nicht Jeder,
B- Er lerne ihn also nehmen, oder er ist des-sen unwerth. Wir sprachen vorn Lustspiel. Diesmuß auch dem Scherz sein Maas, seine Grenzebestimmen, nicht etwa blos darin, wie es selbstScherze treibt, sondern am meisten dadurch, wiefernfs uns über seine Vorstellungen Scherz erlaubet.Durch alle Grade 'sey die Komödie hierin Meisterin,vorn Scherz zum Spott, vom freundlichsten Lachenbis zum — verspottenden Gelächter. Wer hierin nichtWaage und Maas richtig anwendet, wird selbst einGaukler,
A, Deren es Manche mancher Art geben möch-te, — Wir könnten Brands Rarrcnschiff aus die-sen Zünften trefflich ausrüsten.
B. Wohlan! die erste Zunft fern die Markt-schreier, die st'er so nali taten aufführen oder spie-