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12 (1821) Früchte aus den sogenannt-goldnen Zeiten des achtzehnten Jahrhunderts / Johann Gottfried Herder
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goldnen Zeiten. 2g5

len. Wer in einer Thorheit nur Eine Person er-fassen und festhalten kann, ist ein komischer Pfu-scher; wer einen vom Dichter allgcmeingedachtenkomischen Charakter in die Nachäffung Einer Personzu zwingen vermag, ist Hanswurst, in welchenKleidern er seine Rolle spiele. Der Dichter stelltThorheiten dar; nicht Eines Menschen Thorheit;was kümmerte ihn dieser Eine? In Einem alleseine Bruder erkennen zu machen, dies ist sei» Ehren-kreinz; verhaßter ist ihm nichts als Deutung oderWerkleidung seines allgemeinen Charakters inDen und in Jene. Nennen Sie weiter!

A. Die zweyte Gaukeley möchte wohl die seyn,Stande aufs Theater z« bringen.

B. Warum nicht? Thorheiten aus und in al-len Standen. Stand ist etwas Allgemeines; kei-ner von uns in seinem Stande ist sein Stand.Jeder Stand hat Thorheiten und geliebte Fehler, derEine mehr, der Andre minder. Sind sie unverderb-lich, geben sie dem Scherz und der Freude Platz;warum dürften sie nicht auf dem Theater erscheinen?Muß es sich seit Moliere der Arzt, der bürger-liche Edelmann, der Tartuff, der Greffiergefallen lassen, aufzutreten, warum nicht auch derRichter? der Theolog? der Recensent? der Dichter?Auf der Brittischen Bühne sind längst alle Stande.Eben daß alle erscheinen dürfen, mindert das Auf-fallende, daß Der und Jener erscheine. Und wasschadet es dem Stande, daß Der und Jener, derzu ihm gehört, diese, jene Lächerlichkeit an sich habe?Kann ich Quacker nicht herzlich lieben und ehren,