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12 (1821) Früchte aus den sogenannt-goldnen Zeiten des achtzehnten Jahrhunderts / Johann Gottfried Herder
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312
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3,2 Früchte aus den sogenannt-

Leibnit; bedauerte, daß in allen Standenburopa's allgemach ein gewisses Gefühl ^esMuths und der Ehre abnehme; Thaten, Stim-men und Vorbilder älterer Zeiten können es alleinerwecken, oder seine Reste festhalten. Die Britten(obwohl auch sie die Romanze sehr verweichlicht ha-ben) handeln lobenswürdlg, daß sie nicht nut dieseStimme älterer Zeiten erhielten, sondern auch selbstim verderbtesten Zustande ihrer Staatswirthschastauf neuere Männer ihrer Geschichte kühn anwand-ten. Dürfen wir Deutsche dies nicht? Wissen wirkeine andre Gegenstände der Ballade, als Gefechtemit Ratten und Mäusen, Scenen aus der Acerra,aus Berkenmcier, aus der skandalösen Chronik,oder aus der Holle selbst, weil gewöhnlich zuletzt inGluten und Fluthen, in Grüften, Lüften undKlüften , Indisch und Welsch, Heidnisch und Christ-lich der Teufel alles holet. Seit man denGrundsatz entdeckt und demonstrirt hak, „daß diehöchste Poesie die sey, die das Herz umkehrt,und eben allen Regeln des Wahren , Schönen undEdeln zuwider, dennoch rühret, „ist die andreBedeutung des Spanischen Worts romsnas einge-treten , da es ftsoftillsrias, so^ftlglsrias, sstutias,zu Deutsch Possen bedeutet. Und so wäre mitdem achten Volksgesange abermals nicht etwa nurein Hauptzweig alter, edler, rühmlicher und ruhm-weckender Poesst, sondern der Grund aller Poesie,dir innere R e c h t s c h a ff e n h e it und H o n-uettetat im Herzen des Volks — ermor-det.