322 Früchte aus den sogenannt-
anders. Mancherley Ergötzungen und Bequemlich-keiten andrer Völker waren ihm versagt, die es da-gegen verachtete, wenn ihm Recht und Pflicht,Wahrheit, Ordnung, Sitte, Ehrbarkeitblieb.
Sehet z. B. die Geschichte des deutschen Lie-des, ja der schönen Künste in Deutschlandüberhaupt an; gegen andre Völker wie.dürftig, jain Manchem, (wird man sagen,) wie grob, wie höl-zern! Zumal, (darf man frey hinzufügen,) wennman nachahmen wollte, wozu man weder Geschick,noch Trieb und Veranlassung hatte, wie. ungeschickt,wie hölzern! Was dagegen für Deutsche diente, wasihnen aus Kopf, Herz und Hand entsprang, nütz-liche Künste und Erfindungen, Ordnungen und Ge-werbe, in der Literatur Lehre, Fabeln, Sinn-sprüche, das war altdeutscher Witz undGeist; ja, wenn wir die Geschichte des Fortqana.s>m sogenannten Reich des Schönen bis auf wenigeJahre vor uns Herabsteigen, es blieb, falls mannicht unzeitig drängte, auf diesem Wege, wie imverflossenen Jahrhundert die Versuche und Werke derCanitz, Richei, Brokes, Hagedorn, Hal-ter, Geliert, Witthof, Kleists und so vieler,vieler andern zeigen. Lchrhaft und fromm, ordnungs-liebend , keusch, gutmüthig war, und blieb die deut-sche Muse. An Lebhaftigkeit also hinter andern Völ-kern zurück, wovon abermals der Grund im Charak-ter wie in der Geschichte des geduldig-gutmüthigenVolks lieget; aber wer spat kommt, kommt er nichtnoch? Die langsam aber unermüdet forkwanderndeSchnecke kam jenem vermessenen Hasen voran, dersich, verachtend-siolz niederlegte und einschlief.