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12 (1821) Früchte aus den sogenannt-goldnen Zeiten des achtzehnten Jahrhunderts / Johann Gottfried Herder
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goldnen Zeiten.

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Hochklang vielleicht alle Dichter Britanniens, Thom-son nicht ausgenommen, nachstehn. Die feinen Be-merkungen, die mehrere englische Blatter über diesSylbenmaas machten, feilten es sehr, ich zweifle,ob wir Deutsche, obgleich Kleist, Gleim, Klop-stock, Lessing, Zacharia u. a. in ihm gearbei-tet haben, zu jeder Schönheit desselben gelangt seyn,ohne welche auch dies ein eintöniges Metrum bleibet.Mit Recht wandte sich Zacharia in seinem Wor-tes zu ihm, da er sich bey der Uebersetzung Mil-tons mit seinen Hexametern an diesem Dichter schwerversündigt hatte: Da wir Deutsche so wenig lautund öffentlich lesen, so nickt und entschlaft über demPult unsre dramatisch-epische Muse zu leicht, wo siedie Verse nicht herauspoltert.

Die Stanze endlich, in der es den Epopeender Südvölker Europa's zu wohnen beliebt hat, istohne besondre Vorsicht dem Schlummer auch günstig.Einförmig, wie Italiänische oder Spanische Stanzeneinhergchn, sollen sie ohne besondre Aufmerksamkeitauf die Bersarr das Ohr im Inhalt selbst nur fort-leiten; mit jedem Fall und Schluß derselben genießetdas Ohr eine Befriedigung, die es weiter zu höreneinladet oder dem Schlafe zufördert. Das Rctkungs-mittel, das einige Deutsche Dichter dagegen in Ganggebracht, jede Stanze zu verändern, und aus ihrmit neuer Unordnung der Zeilen einen eignen Blu-menstrauß zu flechten, erneuet zwar die Aufmerksam-keit im Einzelnen rückweise, indem es aber den gan-zen gleichfortschwebenden Flug des Gesanges störet,und in jeder Stanze festhält, mithin den Zweck, wozudie gleichmäßig-wiederkommende Stanze eigentlich er-funden ward, aufhebet, so kann es dennoch schwerlich