A42 Früchte aus den sogennnnt-
jenen ewigenSchlummer (asternurn soxorem)abhalten, sobald er über einer epischen Sage schwebet.
Kurz. An keiner Gattung der Dichtkunst wirdso ganz das Sterbliche und Unsterbliche eines mensch-lichen Heldengesanges kennbar, als an dieser. Wieviel Sagen und Erzählungen, die einst begierig ge-lesen wurden, und die uns gar nicht mehr interessi-ren! Selbst der einst beliebte Ton der Erzählung,die Wendung der Bilder und .Gleichnisse, dieSprüche, am meisten aber die Neigung derMenschen an Dem oder Jenem Lust und Freude zufinden, wechseln mit den Zeiten. Der Geschmack anKreuz - und Ritkerzügen,- an blutigen Schlachten, anEroberungen und Siegsfesten ist verlebt; die präch-tigste oder genaueste Beschreibung dieser Herrlichkeitenlohnen wir dem Dichter gähnend. So wird die Nach-welt manches nicht kennen, was jetzt von der KabalSbeklatscht wird, was wir mit nachgesagter, nichtmit gefühlter Bewunderung zum Himmel erheben.
Wie unter Sternen einst den jungen Scipiosein edler Ahn zur Erde niederschauen ließ, und ihmdas Aechte und Unachte menschlicher Bestrebungenund Würden im Traum zeigte, so hebt die Seelesich dahin, wenn sie im raschen oder trägen Stromder Zeiten die Reihe der Heldensagen und Heldenge-schichten durchgeht, die dann und dort Triumph hiel-ten. Wie viele sind in den Schlamm der Vergessen-heit völlig versunken! andre schwimmen zerstückt,krüppelhast, unbeachtet. Was sich allein im Wertherhält, ist, was innern Werth hat, was Mensch-lichkeit fühlte, was über die Zeit erheben, fürkünftige Zeiten hinaus, die Menschheit hob, ihrnutzte und frommte. Genien meines Geschlechts, Em-