35c> Früchte aus den sogen« nnt-
jcden cteilen kann, leidet der Held, oft unerrettbar.Aufschreckt sie also den träge - schlummernden Geist,gießt in die kalte Brust Mitleid, den emporgehob-nen Blick dem Gericht der wagenden Nemesis öff-nend. Durch Leidenschaten wirkt sie auf dieLeidenschaft; durchs Anschauen, mit der Gewaltdes Moments ergreift sie Sinne und Herzen desWolks, das nur durch diese Mittel ergriffen werdenkonnte.
Anders die epische Dichtkunst. Ihr Held darffrey dieses Fehltritts seyn, und auf seiner glorreichenBahn doch mit dem Schicksal kämpfen; Hindernisse,die ihm widersteh», überwältigen ihn nicht, sondernfeurcn seinen Muth an: denn sein hochaufgestecktesZiel ist rein und für die Menschheit ewig ersprieß-lich. Er erreiche es nun oder nicht; (beging er Feh-ler, so hat er, wie der tragische Held, diese auszu-kosten) sein Gang in wachsender Größe ist edel-er-munternd.
Werden nun, wie Kritias mit Recht fodert,zu diesen Helden nur große Seelen und Herzen,wahre Wohlthäter unsres Geschlechts gewählt, wird,wie Agathen fodert, der Werth ihrer Wohlthatgewürdigt, und dabey der Kampf ihrer Empfindun-gen, das Zweifelhafte ihres Geschenks, das Hülf-reiche der Gottheit, die sie Unterstützt, nicht ver-schwiegen, so daß wir allenthalben das Schwacheund Starke der menschlichen Natur, ihr Niedrigesund ihre Erhabenheit sehn oder ahnen; was glichedieser Epopee an Würde und Hoheit, an gehaltenemTritt und schöner Ueberraschung, im Ausgang' end-lich an hoher Befriedigung und Selbstbclehrung?