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12 (1821) Früchte aus den sogenannt-goldnen Zeiten des achtzehnten Jahrhunderts / Johann Gottfried Herder
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goldnen Zeiten.

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Angenehm ists zu denken, was, hatte die Ent-deckung Ossi ans in K l op st o c ks Jugendzeiten ge-troffen, Jener auf hieben gewirkt batte? zwey so ver-wandte Genien und Harfen. Vielleicht — doch wo-zu dies Vielleicht? Jetzt stehen (Gewinn für uns!)beyde neben einander.

Und was der Erste zeigt, wie viel der Dichterentbehren könne, wenn er sich vom Ungeihüm derGötzen und Phantasie fern halt; wieviel dagegen ergewinne, wenn er dem Verstand und Herzen, nichtblos dem Auge dichtet; dies hat Klopstock, ohneOssian zu kennen, nicht minder erwiesen.

„Wie? sagt man, ein fleckenloser Held dieSeele der Epopee? Eine reine, häusliche Licbe,sammt dem ganzen Ahnenruhm und Thatenstolz derNation, die Seele des Dichters? Keine Phantome,weder als Feinde, noch als Hülfsmaschinen? unddennoch aller belebt, alles voll geistigen Lebens?"Wem dies ein Widerspruch scheint, lese Ossian, sehe,wie er gleich seinem Vater Fingal, sich nur durchGroßmuth rächt und noch rächen werde: denn unge-rachet liegt allerdings noch Fingals Geschlecht, undFingals Rache, auch in seinen Tönen, ist keine an-dre, als Wohlthat.' Das Licht alter wird einGesang neuer Zeiten werden, der Schwanen-ge sang Ossians die Stimme eines neubelebtenPhöbus.

Insonderheit wird und muß das weibliche Herzder Harfe Ossians immer geneigt bleiben, da es ausihr, im Glanz des Mondes und der abendlich-untcr-gehenden Sonne, die kühnsten und sanftesten Gestal-