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12 (1821) Früchte aus den sogenannt-goldnen Zeiten des achtzehnten Jahrhunderts / Johann Gottfried Herder
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368 Früchte aus den sdgenannt-

ches sie selb st ständig Wesen nannten. — JhrsMeynungen über ein zukünftiges Leben scheinen uns,da »dir solche blos aus Gedichten kennen, die einenandern Zweck, als ihr Glaubensbekenntniß zu besin-gen , hatten, verworren. — Die Wolke war derWohnsitz des Patriotismus und der Liebe; — eiltfreundliches Herz die Belohnung im künftigen Leben.

— Die Stimme des Ruhms, das ist der Ge-sang der zurückgebliebenen Freunde, dem Verstorbe-nen zu Ehren, den sie hochschätzten, — führte siebey ihren Vorfahren ein, Mit einem Seufzer undeiner Thräne wurden sie zugleich unter freundlichemLächeln von ihnen empfangen. — Die Gestalt dieserwar klar und durchsichtig, wie die kräuselnde Wolke,die der West zertheilt, — schwach ihre Hände, ihreStimme tief, doch sanft wie des lispelnden Rohrsauf Rego. — Sie schwebten über ganz Caledonien,und als Segen erfreuten sie sich eines endlosenRaums. Diesen schätzten sie über alles, so wieeng und eingeschlossen ihnen ein Bild desSchreckens und des Abscheu's war. — Daher nann-ten sie das Grab, das enge Haus, und ein nie-driges Gemüth den Athemeiner engen Seele.

— Sie wurden nicht alt, aber immer weiser, dennsie unterhielten sich mit den guten Menschesi andererZeiten. Hingegen wurden die Seelen der bösen Men-schen wirbelnd in einen dicken Nebel getrieben, derimmer über einem stinkenden Morast schwebt. Niekommen sie aus diesem Nebel, erblicken die Sonnenie. — Keiner weiß den Namen deS Andern. —Ihre Blicke sind auf einander geheftet, wie die desrothaugigen Dänen unter dem herabhän-genden Augbraun auf das Schwerst Fin-

gals. —