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12 (1821) Früchte aus den sogenannt-goldnen Zeiten des achtzehnten Jahrhunderts / Johann Gottfried Herder
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371
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goldnen Zeiten. -

Lange Zeit, ehe diese Unterredung statt gehabt,erzählt de Sage weiter, hatte man mehrmals ver-sucht, Oftan zu bekehren. Seine unveränderte Ant-wort aber war diese: ich bin alt, und wünsche mitFing«! ir seiner Wolke zu leben; — ich mag nichtin den Himmel der Schwachen. — Da er sich inseinem banden Alter ohne Schutz, ohne Hülfe sah,folgte er Malvina's Rath: „laß unbetreten Eona,wenn roth ist sein Strom." — Er sprach nicht mehrüber Religion. — Die meisten Gedichte, die wirvonOffien besitzen, sind aus dieser unglücklichen Pe-riode seines Lebens; — alle seine Freunde warentodt; — daher diese tiefe Melancholie, die seine Ge- ^dichte athmen. —

Diese Sage über Ossian, die ich von meinerKindheit an gehört, hat immer tief Meine Seele be-wegt. — Ich gebe ihr allen Glauben, verlange aberdesvegen nicht, daß andere mir hierin folgen sollen ;eber so wenig vermag ich zu entscheiden, ob die Ein-führung des Christenthums, oder vielmehr die Art,wie solches geschah, jene glänzende Epoche der Eale-doner stürzte.

Jede Uebertreibung, auch der besten Sache,brirgt schädliche Folgen. — Die Geschichte zeigt unshell genug, wie oft die wohlthätigsten Lehren durchHai und Rache ihre Gestalt verloren. —

Die mahomctanische Religion wurde durch Feueruni Schwert gepredigt; — doch in jenen Gegendenbey dec verpesteten Luft, dem Gezische der Schlan-gen, oem Geheul der Hyänen und der Blutgier derxöven und Tiger, konnte Menschlichkeit sich nicht

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