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12 (1821) Früchte aus den sogenannt-goldnen Zeiten des achtzehnten Jahrhunderts / Johann Gottfried Herder
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Homer und Ossian. 38g

leichter und lebendiger mit. Dagegen aber bleibenvielleicht auch Empfindungen »«erweckt, die nur dernordische Himmel, einsame Geselligkeit, Noth undGefahr ausbilden konnten. Die intensive Kraftdes Gesanges, wiewohl in einem enge-,ren Kreise ist Ossians; die extensive im wei,testen Felde der Mittheilung bleibt Ho-mers großer Borzug.

Aus Homer entsprang also, was aus Ossian dirZeit nicht entwickeln konnte. Jener blüheke mit ei,nein jungen Volk auf; und in jeden neuen Nuh-meskranz dieses Volks schlang sich sein Lorbeer. Dieerste Kriegsunternehmung des gestimmten Griechen-landes hatte er besungen ; wenn späterhin Griechen-land gegen die Perser noch größere Unternebmungenaussocht: so konnten Aeschylus, Sophoklesu. s mit Homers Gastmahle, nach neuerem Gr-fchnack zubereitet, ihre Mitbürger bewirthen. DieEhr? des ganzen griechischen Stammes sproßte inseinin Gelangen; sie trug reiche Blüthen und Frücl.te ir jeder Art, mit jeder neuen Betriebsamkeit desVolles: denn über ihnen schien ein heiterer Him-mel um sie weheten Ionisch?, Griechische , Italiä-nisch Lüste.

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Und Ossian? Es ist ungerecht von eineitz Bau-me prüchte zu erwarten, die er, seiner Art nach,nicht bringen kann; Ossian sey an feinem Orte das»d was Homer war; nur stand er aus einer ganz an-

K dem Stelle. Er, der letzte des Hcldenstammes sei-ner stater, Aeuge der Thaten des ruhmreichen Fin-galsund ihr Mithelfer, jetzt in seinem Aller die letztt