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12 (1821) Früchte aus den sogenannt-goldnen Zeiten des achtzehnten Jahrhunderts / Johann Gottfried Herder
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391
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H o m e r u n d O ssi a n. 3g t

keim«' Spur. Die Wolkengegend, der luftige Zsuf-enlthalt der Vater ist ihr einziger Trost; auf der Er-de sehen sie traurige Wüsten, erloschne Tritte; siehören verklingende Töne. Man stehet, daß die Ge-sänge in einem duldenden, unterjochtenVolk fortgesungen worden sind, das sich am Ruhmund an der Glückseligkeit seiner Vorfahren unmach-tig labte *).

Wie es mancherley Jahrszeiten in der Naturgiebt: so gi.bt es deren auch in der menschlichen Ge-schichte. Auch Völker haben ihren Frühling, Som-mer, Herbst und Winter. Ossians Gedichte bezeich-nen den Herbst seines Volkes. Die Blatterfärben und krümmen sich; sie fallen und fallen. DerLufthauch, der sie ablöset, hak keine Erquickung desFrühlinges in sich; sein Spiel indessen ist traurig-angenehm mit den sinkenden Blattern.

Auch Klagen sind nicht ohne Anmuth. M i m-nernus und So Ions Elegien, die Wehklagenaus der Jüdischen Gefangenschaft in Jeremiasund den P sa!m en rühren uns; noch mächtigerHiobs Jammergeschrcy; und an wessen Herz er-

') Die irische Akademie har ein Gespräch Ossiansmit einem christlichen Priester bekannt gemacht,das auch im Deutschm übersetzt ist. Es enthaltharre Stellen, deren Einige, wie es scheint, ha-ben unterdrückt werden müssen; offenbar aberists von einem spaten Datum, und hat nicht denedeln Charakter, der die andern Gedichte Ossiansbezeichnet.