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12 (1821) Früchte aus den sogenannt-goldnen Zeiten des achtzehnten Jahrhunderts / Johann Gottfried Herder
Entstehung
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399
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Homer und Ossi an. 899

A. Kaum auch dieser; mich dünkt immer, dieBesserung müsse von der Belehrung ausgehn, ent-weder in Worten oder durch Beyspiele, am sicherstendurch beyde. Hatte Fenelon gegen das falscheEpos, das zu seiner Zeit unter Ludwig XlV. imhöchsten Brauch war, holländische Scherze oder eng-lische Sarkasmen entgegensetzen wollen, was hätte ergefruchtet? wie viel mehr hätte er sich und VergütenSache geschadet. Statt dessen, wie es sein großesund edles Herz gebot, setzte er für seinen Prinzen,den künftigen Thronfolger Frankreichs, den Leie-rn ach auf, gleichsam ganz auf seinen Leib gegossen,den Schwächen seines Temperaments, den Lasternseines Zeitalters angemessen und angeeignet. Erschrieb ein Buch, das, als es im Jahr 1700. widerseinen Willen und zu seinem großen Verdruß öffent-lich erschien, ganz Europa las, das ganze vergangeneJahrhundert hat es gelesen, das Epos, das Ter-rassen mit Recht das nützlichste Geschenk nennet,das die Musen der Menschheit je geschenkt haben:denn, sagt er, könnte das Wohl des Menschenge-schlechts aus einem Gedicht entspringen, entsprängees aus diesem."

B. Könnte! Eben hieran liegt es. Das. Jahrhundert hat den Telemach gelesen, bewundert/

gepriesen; gute Menschen haben ihn mit Wärmeempfunden; bis zum Lächerlichen dagegen setzten dieNachahmer Ludwigs ihre Staats-, Kriegs-, Hof-z Grundsätze fort, und verharren in solchen, wenn

s jugendlich ihnen gleich der Telemach eingebläuet

? würde. Dagegen Salz eingerieben, werther Herr,

f beißendes attisches Salz. —