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12 (1821) Früchte aus den sogenannt-goldnen Zeiten des achtzehnten Jahrhunderts / Johann Gottfried Herder
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420 Homer und Ossian.

nicht blos in Norden. Auf der brennenden Südsei-te der Welt regiert Surtur der Schwarze mit sei-nem Flammenschwerte; an der Brücke des Himmelshalt He im dall gegen ihn Wache. Am Ende dedTage wird er mit seinen Muspelheimern kom-men, die Brücke Hinaufreiten, den Pallast Odin«erobern; da geht dann alles in Trümmer, und eineneue Welt tritt hervor.

Endlich, Frev, der wahre Mittelpunkt dernordischen Fabel ist Odin» Stadt, der Aufenthaltseines Geschlechts, Asgard. Er liegt im Mittel-punkt der Erde Mi dgard. Da wohnten einst dieÄsen; da wohnt jeder Tapfre mit ihnen nach seinemTode; in Norden waren sie nur Ankömmlinge,Fremde. Du hast vom Berg« Jda gelesen, aufden sich die Asm vecsammlen; und wo er auch lie-ge, es ist kein nordischer Berg. Der Keim der Ed-da ist aus dem Vaterland« aller Mythologien undFabeln, aus Asien, her.

F. Das habe ich bemerkt, und gewünscht,Ausschluß zu haben.

A. So viel über Odins Züge und sein As-gard geschrieben ist, so kann ich Dir diesen Auf-schluß im Kurzen nicht geben. Offenbar ist dieseMythologie nicht an Einem Ort, nicht zu EinerZeit entstanden. Große Wellstriche, lange Jahrhun-derte trugen dazu bey; und ich wünschte von derGesellschaft der Wissenschaften zu Kopenhagendie Preisfrage ausgesetzt : auS inneren undäußern Gründen zu untersuchen, wo,wann und wie in ihren Hauptvorstellun-zen und Sagen dies« Mythologie ent-