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12 (1821) Früchte aus den sogenannt-goldnen Zeiten des achtzehnten Jahrhunderts / Johann Gottfried Herder
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422 Homer und Ossian.

Tages und der Nacht zugegeben ist, um beyde inihrem Lauf zu erfrischen; die Erklärung des Thau-es aus dem Schweiß dieser Rosse; endlich das En-de der Well durch den Sonn- und Mond ver-schlingenden Fenris — wahrlich, das ist eine Phy-sik aus Zeiten, die wir auch in Gedichten nicht wie-derbringen müssen.

Oder meynst Du, Alfred, daß die Sittendieser Helden für uns sind? Im Lande derRiesen geht es wilde zu; in Odins Pallast kämpft,spielet, ißt und zecht man. Der Witz dieser Heldenist nicht fein; nicht fein sind ihre Manieren. Ge-walt entscheidet; dem Stärkeren ist die Well ge-geben; er schlägt, rausst, und entführet. — WillstDu diese Sitten preisen, diese Faust-Grundsätze wie-derbringen ? sie, die ganz Europa verwüstet haben,und unter feineren Masken noch verwüsten. Dasasotische Heldenleben, da Jemand mit demSchwert in der Faust sich alles erlaubt hält; daswillst Du preisen, Alfred?

Oder endlich willst Du uns die Form dieserGedichte und Sagen empfehlen? Welches unter denhundert sechs und dreyßig lyrischen Sylbenmaasen,die Worm aufgezählt hat, ist Dir das liebste?welche Stellung und Harmonie der Anfangsbuchsta-ben , auf welche sie so viele Kunst wandten? —

Oder willst Du uns die allegorische Räthsel-weisheit anpreisen, da weil der Buchstab A (aar)Korn, der Buchstab F (Fee) Geld bedeutet, bey-de zusammen eine Gabe des Himmels bezeich-nen, die Ursache zum Zank wird. Willst Dudie ungeheuren Umschreibungen loben, da