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12 (1821) Früchte aus den sogenannt-goldnen Zeiten des achtzehnten Jahrhunderts / Johann Gottfried Herder
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430
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Homer und Ossian.

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bestimmen, und durch ihre Dienerinnen, (die wieGenien dem Menschen, dem sie zugehvren, an Ge-statt gleich sind), hülfreich oder strafend auf ihn wir-ken. Glaubst Du nicht, Frey, daß diese Göttin-nen und Genien auch uns das Vergangene, die Ge-genwart und Zukunft, ja unser Inneres im Spiegelzu zeigen vermögen? — Und siehe, oben auf derEsche sitzt ein Adler, der weit umher blickt; ein Eich-hörnchen lauft auf und ab am Baum; vier Hirschedurchstreifen seine Aeste, und benagen die Rinde; dieSchlange unten nagt an der Wurzel; Fäulniß anden Seiten des Baumes — und immer schöpfendie Jungfraun aus dem heiligen Brunn und begießenihn, daß er nicht dörre. Das Laub der Esche thautsüßen Thau, die Speise der Bienen; über demBrunnen schwimmen zwey singende Schwane. Woll-test Du nicht ihren Gesang, nicht Heimdalls LiedvoM Schicksal des großen Wellbaumes, nicht dieStimme der Vergangenheit, der Gegenwartund Zukunft im Rathe der Götter, unter diesemBaume hören?

F. Laß mich sie hören.

A. Wenn Jdunens Apfel das Alte wieder ver-jünget, werden auch sie nicht schweigen.

F. Du hast viel und manches rathselhaft ge-sprochen, Alfred; laß mir Bedenkzeit.

Vierte Unterredung.

F. Mich dünkt, wir könnten kins werden überunsre Materie.

A. Das dünkt mich auch; lnd dazu sprachenwir eben.