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12 (1821) Früchte aus den sogenannt-goldnen Zeiten des achtzehnten Jahrhunderts / Johann Gottfried Herder
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1. Nebst eingestreueten Gedichten von aller-ley Art werden Erzählungen verschiedener Gattung,Romane, Novellen, Mahrchen u. s. f. (deren keinessich doch leicht mit unangenehmer Abbrechung in vieleStücke erstrecken darf,) mit leiser Hand den Schleyeraufheben, den seinen Neigungen und Wünschen dasmenschliche Herz gerne vorwebt: denn wie ließe sichdie Wahrheit bescheidner sagen, als im Traum einerDichtung, im Mährchen einer Erzählung?

2. Aufsätze, die nach und »ach hell Geistberühmter Schriftsteller aus mehreren Nationen undZeiten, verglichen mit der nächstvergangenen Zeit,darstellen; Urtheile über bedeutende Menschen allerZeiten; Miscellaneen der Lectur, interessanteBegebenheiten, merkwürdige Eigenheiten der Vorfiel»lungsart und der Charaktere, insonderheit sofern sieauf die Zeiten gewirkt haben, Gedanken großer Ge-niern, deren Einer oft eine neue Welt von Ansichtengiebt; kleine p h i l o so p h i sc h e A u f sä t z e endlichunter der Rubrik: Blicke und Winke, werdenwechselnd sich bestreben, den Leser, ohne ihn zu er-müden , zu Gedanken zu wecken und vielleicht hieund da mit einem neuen Gefühl zu beleben.

3. Anzeige von Schriften, die Epoche machenoder machen sollten, (jedoch ohne langweilige Aus-züge,) mit einem Partheylosen Urtheil begleitet.Manchen Nebel des Wahns, falsche Anmaßungenund Blendwerke hoffen wir durch dies Urtheil zuzerstreuen; manch unbekanntes oder unterdrücktesVerdienst in seinen Glanz zu stellen und aufzumun-tern. Bey einigen gepriesenen Werken werden wirmit dem altern St. Pierre nur sagen können:„Er dann! das ist noch schön! das gilt noch als

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