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Nachlese
Erscheinungen hervorgebracht, die kaum Jemand ver-muthete, die noch jetzt der größere Theil verworrenoder schreckhaft anstaunet, in deren trüben Dämme-rung aber jeder Wohlgesinnte eine Aurora der Zu-kunft hoffet oder wünschet.
Eine Aurora: denn was nützte ein panischesSchreckengeschrey, das die Sinne verwirret und denMuth entkräftet? Dem Wandrer in der Nacht istder erste Strahl der Morgenröthe ein Bote der Hoff-nung, ein angenehmer Gefährte. Den Griechen warEos (die Morgenröthe) eine freundliche Himmcls-tochter; mit Rosensingern hebt sie den Schleyer derNacht auf und verjagt Schrecken und Träume. Sieverkündiget und giebt Licht; sie erweckt und belebet.
Guercino und Guido, beyde Künstler vongroßen Eigenschaften, mahlten das Bild der Aurora;jeder aber in seinem Geist, mit seinen Farben.So ist auch nicht leicht jemand, der sich in der Zu-kunft nicht etwas Eignes denke, etwas Eignes er-warte. Das freye Spiel dieser Vorstellungsarten zubelauschen, den Traum angenehmer Hoffnungen aufsichere Resultate des Verstandes zurückzuführen, zuzeigen, wo wir sind? wohin wir streben? welche Hin-dernisse , welcher Wahn oder welche Wahrheit unsvorliegen? und uns dabey nur zum Edelsten, zumBesten aufzumuntern; dies ist die Absicht "unsrerAurora.
Freudig tritt sie ihren Weg an; kein angenehm-nützlicher Gegenstand, keine Art gefälliger Einkleidungwird ihrem Geschäft fremde seyn; einzig nur die po-litische Orakel, und Zaubertracht wird davonausgeschlossen bleiben.