Buch 
Beitrag zur Geschichte der Revolution vom 6ten September 1839 / Von H. Weiss
Entstehung
Seite
89
JPEG-Download
 

89

damals geltende Sprichwort zu erinnern: ich willlieber einen günstigen Richter als Recht haben, --forderten eine Reform des ganzen Zustizwesens. FürErleichterung des Verkehrs, namentlich für das Stra-ßenwesen war Zahrzehnde lang wenig oder nichtsgeschehen: das Land wollte Strafen haben in seinebevölkerten Ebenen und Thäler. Die mancherlei hem-menden und den Broderwerb erschwerenden Beschrän-kungen im Eewerbs- und Handwerkswesen drücktenlästig auf den größern, gewerbthätigen Theil der Be-völkerung : auch diese Freiheit mußte erweitert werden.Wohl hatten früher einzelne Menschenfreunde an Ver-besserung des so dürftigen Volksunterrichtes gearbeitet mit geringem Erfolge, da der Staat nichts dafürthat; das Bedürfniß machte sich schon in Uster Lust.Die zwar nicht bedeutenden, wenn man sie aber mirden jetzigen vergleicht, eben so bedeutenden Abgabenmißfielen hauptsächlich bloß der Ungleichheit wegen,mit der sie bezogen wurden: gleiche Behandlung auchin diesem Punkte wurde verlangt. Namentlich er-wartete der Bauernstand Erleichterung seiner Zehntenund Grundzinse, von deren Ertrag er einen gutenTheil in Mißbrauch und Verwaltungskosten daraufgehen sah. Ueberhaupt wurde eine bessere, einträg-lichere Verwaltung des gesummten Staatsgutes ge-wünscht. Unser Militärwesen kränkelte an nutzlosemäußern Formenwesen, noch mehr an Demoralisation.Dazu kam das jetzt freilich verschwundene politischeMißtrauen des Landes gegen die Stadt, welches seineSöhne nicht mehr innert den Mauern dieser für dasMilitär bilden lassen wollte. Das war ein Theil