Buch 
Beitrag zur Geschichte der Revolution vom 6ten September 1839 / Von H. Weiss
Entstehung
Seite
91
JPEG-Download
 

91

diesen Richtungen Wunder gethan. Mit Neid unddoch mit Achtung sahen alle schweizerischen Kantone,mit Erstaunen sah selbst daS Ausland auf dieses Zau-berland hin. Der große Rath von 183! hatseine Aufgabe gelöst: seine Revolution wareine schaffende nicht eine zerstörende; undich wollte den sehen, der im Stande wäre, dem Volkedas viele Gute wieder zu nehmen!

Allein die Lösung der Aufgabe selbst reizte, schmerzte,verwundete mitunter tief. Das ging ganz natürlichzu. Auf politische Privilegien wurde nur ungerneverzichtet, dem Dorfbürger die Befugniß des bisherbevorrechteten Städters nur ungerne eingeräumt. WieMancher sah sich von Aemtern und Stellen zurück-gesetzt oder nicht hervorgezogen, wie Mancher sich inseiner Hoffnung, eine neue Straße durch sein Dorf,an seinem Hause vorbei zu erhalten, getäuscht undden Vortheil Andern zukommen; wie Mancher sichdurch eiserne Strenge und Formen der Gerichte ge-bunden; wie mancher Gewerbsmann, Wirth, Metzger,Schmid, Handwerker sich an altem vermeintem oderwirklichem Rechte gekränkt, in alter liebgewonnenerGewohnheit gestört; wie mancher sich bei Schul- undStraßenbauten zu hart mitgenommen; wie viele Un-zufriedene erregte das Forstgesetz, wie viele die weit-läufigen, tief eingreifenden Prozesse um Korpora-tionsgüter! Kurz, wie viele Interessen wurden ver-letzt und dadurch die Zahl der Mißstimmten, Miß-muthigen vermehrt! Nicht zu vergessen: auch dergeistliche Stand war nie Freund der neuen Ordnung,das sieht man seit diehehre Bewegung" das Land