Band 
Adrastea I.
Seite
18
JPEG-Download
 

18 I. Begebenheiten und Charaktere

lich darauf ankommt, einer zu großen Macht zuvor-zukommen , die im Stande wäre, Alles anzufallen.Diese größere Macht hat kein Recht, den Friedenmit schwächeren Staaten zu brechen; gegentheils ha-ben diese ein Recht, dem Bruch zuvorzukommenund sich unter einander zur Vertheidigung zu ver-bünden. Bündnisse zum Angriff hangen vonUmständen ab. Sie müssen auf Friedensbrüche,auf Zurückhaltung eines Landes der Verbündetenoder auf ähnliche Gewißheiten gegründet seyn, unkNoch muß man sich bey ihnen auf Bedingungen ein-schränken, die verhindern, was man so oft siehet,daß nämlich Eine Nation sich der Nothwendigkeit be-dient, eine andre, die nach der Allgemeinherrschaftstrebt, herunterzubringen, damit sie statt Je-ner sich d e r He rr sc haft bemächtige. Klug-heit sowohl, als Gerechtigkeit und Treue wollen es,daß diese Bündnisse sehr genau abgefaßt seyn, ent-fernt von allen Zweydeutigkeiten und auf das nächstedaher entspringende Gute beschränket. Hält mansich nicht in diesen Schranken, so kehrt sich dasBündniß gegen Euch selbst; der Feind wird zu sehrgeschwächt, Euer Bundsgenoß zu hoch erhoben. Ihrmüsset sodann entweder Euer Wort brechen, oder Eu-rem eignen Schaden zusehn; beydes ist gleich wi-drig. "