Band 
Adrastea I.
Seite
29
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des vergangenen Jahrhunderts. 29

Der erste Act begann, wie gewöhnlich, mitgroßen Hoffnungen, Lustbarkeiten und Tänzen. Wasunter Richelieu und Mazarin Frökliches und Schö-nes aus Spanien und Italien gekommen, in Frank-reich neu erwachsen war, diente dem galanten Jüng-linge zu Liebschaften, zu jeder Nahrung seiner Eitel-keit und Ruhmsucht. Es waren Tage des Vergnü-gens, zu denen Alles zusammentraf, was sich schwer-lich wieder zusammenfinden dürfte. So bildete sichder Wunsch des jungen Mannes, allenthalben aus-gezeichnet zu seyn und sich selbst auszuzeichnen.Mit, Anstand that er dies, obgleich nicht immer mitTugend, eitel-erhaben oder erhaben-eitel; ein Cha-rakter , dem er auf Weg und Stegen, im Kabinetwie im Felde, bey Tafel wie im Schlafgemach, aufdem Todbette selbst, treu geblieben. Denn wie ergelebt hatte, so starb Ludwig. — Eben aber dieseerhabne Eitelkeit, die hohe Simplicität des Anstan-des und Scheines verschaffte ihm jenes Heer vonbewundernden Nachahmern. Der wahre Ruhm istschwer zu erreichen, weil er Entsagung, Mühe,Ernst kostet; der Anschein des Ruhms, die hoheHaltung, der fesselnde Anstand erwirbt sichleichter.

Der zweyte Act folgt aus dem ersten. Wiekonnte der galante Held sich rauschend - glänzenderauszeichnen, als, da ihm Alles zu Gebot stand,durch Kriege? Daher die ungerechten Flandrischenund Holländischen Feldzüge, deren Ursachen er ausder Lust griff, und die den Niederlanden sowohl, alsunserm unschuldig-armen Deutschlande so hart sielen.Wakre Grundsätze der Billigkeit, des Rechts derVölker, der Gerechtigkeit selbst in Haltung, der Ver-