Band 
Adrastea I.
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30
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3o I. Begebenheiten und Charaktere

trage, eristirten in Ludwigs Gemüth nicht, oder siewurden verlöscht, sobald seine h.-he Eitelkeit imSpiel war. Das Glück förderte diese zuerst mäch-tig. Denn war er nicht jung, reich, verschlagen,kühn, unermüdet, dieser lustpranqcnde Allgebieter?Er selbst kein Kriegsmann, aber die besten Feldher-ren , die tapfersten Heere standen ihm zu Gebot;England selbst diente seinem Willen, und das zer-rüttete , vertheilte Deutschland schmiegte sich oder ge-rieth gar in den Wahnsinn, ihn nachzuahmen. DurchKriegskunst verschanzte sich sein Reich auf ewige Zei-ten; die trefflichen Anstalten, die Colbert im In-nern traf, machten seine Regierung zur glänzendstenin Europa. Ware der Nimwegische Friede sein letz-ter gewesen! wäre er auf Colberts Bahn fortgeschrit-ten ! Aber im hässlichen Louvois stand ihm sein bö-ser Genius entgegen; das schiefe Fenster zu Trianonentflammte einen neuen Krieg, in dem die Schaaleschon wankte.

Dritter Act. Wilhelm von Oranicn, dasfürchtende Europa stand gegen ihn auf; und wie-wohl seine Heere fast immer siegten, die Feinde fastallenthalben unterlagen, wo Ludwigs eitle Anwesen-heit bey der Armee ihnen nicht selbst aushalf; Ne-mesis drehte das Rad leise. Frankreich ward allge-mach erschöpft, die allgemeine Meynung kehrte sichihm entgegen; es mußte zu Ryswvk einen härternFrieden eingehn, als der Weltgebieter wollte. Undwäre auch dieser nur sein letzter gewesen! DennEolbert und seine andern sacherfahrncn Minister wa-ren dahin und keine neue vorbereitet; weil Ludwigseinen Ruhm darin sehte, die unerfahrensten zu wäh-len und selbst sie zu bilden. Die meisten der alten