des vergangenen Jahrhunderts. 43
allen, die ihn umgaben. Nicht seine Kirche, aberdie Menschheit hat ihn kanonisiret.
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Schade, daß Fenelvns Schriften für so wenigein unsrer Zeit sind, da sie alle zu einzelnen, be-stimmten Zwecken geschrieben, immer nur seinemAmt, seiner Pflicht dienten. Bey seinem Leie-rn ach dachte er nicht daran, mit Homer oder Vir-gil zu wetteifern. Seinem Zöglinge, einem künfti-gen Könige Frankreichs, dem die Regierung Lud-wigs vor Augen war, sollten, statt der Mährchcn,die er sonst gehört hatte, und statt der Begebenhei-ten, die er täglich sah, in Sitten und Gesinnungenandre Muster, Personen des Alterthums sollten ihmvortreten, zu seiner Lehre, zu seiner Warnung. An-spielungen auf seines Königs Regierung, sofern sie ir-gend vermeidlich waren, verschmähte seine reine Seele,wie schon der Anstand, der ihn in Allem beglei-tete, und sein großer Verstand sie verschmähthaben würde. Ein gleicher Zweck leitete ihn beyseinen Gesprächen, bey seinen wenigen F a b e l n;nichts ist für das Publikum , Alles ist für den ihmAnvertrauten, persönlich zeitmäßig. So seine Ge-wisssensrathschlage, seine geistlichenAufsätze, seine Briefe; reine Unterhaltungenmit sich oder mit andern, aus Geist und Herz, zuHerz und Geist, ohne Rücksicht auf Styl und Mach-werk. Gedacht und gesprochen ist Alles, nicht geschrie-ben. Daher die Einfalt, daher die Lieblichkeit, inder vielleicht Fran z von Sales sein Vorbild war;Er übertraf ihn weit an politischem Verstände, anfeiner Herzens - und Weltkenntniß. Aeußerst miß-