44 I. Begebenheiten und Charaktere
braucht wird sein Telemach, wenn Knaben an ihmsollen Französisch lernen.
Mehrere haben den Verdacht geäußert, als obFenelon, wenn sein Zögling zum Thron gelangt wä-re , auf die Staatsverwaltung ein Auge gehabt habe.O!;ne ein Auge darauf zu haben, hätte er sich dieserLast schwerlich entziehen mögen; gewiß aber dankte erder Vorsehung, daß sie Ihm und dem Prinzen denschweren Versuch erließ. Statt seiner sollte der ruch-loseste der Menschen, Du Bois, Erzbischos in Cain-bray und Frankreichs erster Minister werden.
„Da sie also Gelegenheits - und einem Theil nachgar Schulaufsätze sind, was sollen uns FenelonsSchriften? Wir sind ihnen entwachsen." Den Zwek-ken und Regeln, nach und zu denen sie verfaßtwurden, sind wir nicht entwachsen; zur Bildungdes Herzens und Geistes bleiben sie ewige Regeln.
Z B. Seinem Prinzen, da er den Mahrchender Weiber entnommen war, harte man Mezerai'sGeschichte von Frankreich in die Hand gegeben; wassollte der Knabe daraus lernen ? Was können wir,was sollen unsre Kinder aus der Geschichte ler-nen? aus diesem wilden Mahrchen seltsamer, un-vollendeter, oft abscheulicher Charaktere, aberwitzighandelnder Personen, nie geendeter Begebenheitenund Ränke. Eine endlose Schraube, ein böser Wirr-war ist die Geschichte, wenn Vernunft sie nicht auf-klart, wenn Sittlichkeit sie nicht ordnet. FenelonsGespräche der Todten sollen dies bey demLehrlinge thun; man nehme sie sich also zum Bey-spiele, gvie die Personen der Geschichte auch zu