Band 
Adrastea I.
Seite
84
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8 p I. Begebenheiten und Charaktere

Bibliotheken eine Desinitiv-Senten;, ein Höch-stes und Feinstes der Theorie in >cder Kunst undWissenschaft enthalte; wer wollte dies von jedemBücher -Colporteur erwarten ?

Indessen war auch diese Handlangereynicht ohne gute Wirkung. In einer lebendigenSprache wurden die Schriften mehrerer Lander ein-ander bekannt, da sonst jedes Land oft nur für sichallein gedacht hatte und lateinische Anzeigen nichtvon Jedermann gelesen wurden, dem doch die aus-ländische Schrift diente. Ueberdcm war der Tondieser Bibliotheken selten anmaßend; statt eigner Ur-theile gab man lieber verständig-treue Aus z ü g e ausden erschienenen Schriften; und ists nicht dies, wasder Leser vorzüglich wünschet? Endlich standen meh-reren dieser Zeitschriften Männer von Werth vor,denen Männer von Werth beystanden. Zu leClerksBibliotheken, der Libliotüsguv raisonnes u. f.haben Gelehrte von großer Wissenschaft beygetragen.

Bis über die Hälfte des Jahrhunderts hinaushat diese Französische Literatur-Republik fortgedau-ert; zum Theil dauert sie noch. Das ssournal äesLavans, das in Paris unter Ludwig anfing, gingallen an bescheidnem Anstaube vor, und die bestenderselben folgten ihm in bescheidnem Anstande.

Und da sich diese Zeitschriften, die in verschied-nen Ländern erschienen, durch keine Akademie be-schränkt, durch keine Hauptstadt gebunden fanden,so war, wenn auch in der Folge die Reinheitder Französischen Sprache litt, wenigstens ihre An-sicht der Dinge mannigfaltiger, ihr Hori-zont unter einem rauheren Himmel freyer und